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| 02:34 Uhr

Sachsen gibt Wolf zum Abschuss frei

Rietschen/Dresden. Der Freistaat gibt erstmals einen Wolf zum Abschuss frei. Das in Rietschen (Landkreis Görlitz) als "Pumpak" bekannte Tier könnte Menschen angreifen, hieß es als Begründung. Den Wolf einzufangen, komme nicht infrage. Christian Köhler

Der Landkreis Görlitz hat ab sofort vier Wochen Zeit, einen Wolf abzuschießen. Das regelt eine Ausnahmegenehmigung des Sächsischen Umweltministeriums. In den vergangenen Wochen hatte das Tier in Rietschen und Rothenburg nach Futter gesucht. Weil der Wolf immer wieder in Siedlungsnähe gekommen war, bestehe die Gefahr einer weiteren Eskalation. Die Sicherheit von Menschen habe Vorrang vor dem Artenschutz. Daher sei in diesem speziellen Fall eine Entnahme gerechtfertigt, hieß es vom Landratsamt Görlitz und vom Ministerium.

Der Wolf "Pumpak" - was so viel heißt wie der "Fette" - ist durch genetische Untersuchungen dem polnischen Ruszow-Rudel zugeordnet worden. Nach Angaben polnischer Wissenschaftler wurde er als Welpe von Menschen angefüttert. "Er ist an den Menschen gewöhnt, sodass eine Vergrämung nach Meinung unserer Fachleute nichts bringen würde", sagt Frank Meyer vom Ministerium der RUNDSCHAU.

Die Leiterin des Lupus-Instituts, Ilka Reinhardt, deutet an, man hätte versuchen können, den Wolf umzuerziehen und erst bei einem Misserfolg den Abschuss anordnen können. Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) hätte es auch für vernünftig gehalten, das Tier einzufangen und in ein Wildgehege zu bringen. "Dann würde das Tier aber von den anderen Wölfen getötet", entgegnet Frank Meyer.

Die Behörden folgen nun den gesetzlichen Grundlagen, die im Managementplan Sachsens für den Wolf vorgeschrieben sind.