Der Freistaat Sachsen bietet Schülern ab Klasse 7 künftig einen "Berufswahlpass” an. Der Ordner solle Jugendlichen auf ihrem Weg zur Berufswahl helfen, sagte Kultusminister Flath bei der Vorstellung des Projekts, das es bereits in elf Bundesländern gibt. Er werde an allen Mittelschulen, Gymnasien und Förderschulen eingeführt.
Der Berufswahl-Ordner für vier Euro enthalte Angebote zur Berufsorientierung von Schulen, Beratungsstellen und Betrieben. Darunter sind Informationen, Tipps und Anregungen etwa zu Praktika sowie zu einer selbstständigen Lebensführung in der Berufswelt. Zudem sollen die Schüler ihre Initiativen wie auch Zeugnisse, Nachweise über Praktika und Beurteilungen besser dokumentieren. "Der Berufswahlpass soll helfen, den Findungsprozess zu organisieren und zu reflektieren”, so Flath.
"Zugleich sollten Schulen angehalten werden, die Orientierungsphase systematischer und strukturierter zu gestalten als bisher”, sagte der Minister. Mittelschulen, Gymnasien und Förderschulen mit einem hohen Standard in der Berufs- und Studienorientierung sollten daher künftig ein spezielles Qualitätssiegel erhalten. Das Vergabeverfahren werde derzeit an 30 Schulen getestet, im Sommer sollten die ersten Schulen mit dem Zertifikat ausgezeichnet werden. Über die Vergabe des Siegels entscheidet eine lokale Jury mit Vertretern aus Schule und Wirtschaft. "Ebenso wie die Eltern muss die Schule unsere Jugendlichen auf das spätere Berufsleben vorbereiten”, betonte Flath.
Angesichts einer Halbierung der Schulabgängerzahlen und eines drohenden Fachkräftemangels forderte der Minister zudem eine engere Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft. "Damit wir nicht in die demografische Falle geraten, müssen Schule und Wirtschaft stärker als bisher gemeinsame Wege gehen”, so Flath. 2006 hätten 55 000 Jugendliche die Schule mit einem allgemein bildenden Abschluss verlassen. 2013 seien es nur noch noch 28 000.
Informationen im Internet: www.berufswahlpass-sachsen.de