Der Umsatz in Sachsens Ernährungswirtschaft hat sich seit dem Jahr 1991 mehr als verdoppelt. 2014 erwirtschafteten die 366 Unternehmen mit rund 19 900 Beschäftigten 6,5 Milliarden Euro, wie das Agrarministerium in Dresden am gestrigen Montag zum Sachsentag auf der Internationalen Grünen Woche mitteilte. Der Freistaat locke dort mit regionalen Spezialitäten und einem Blick auf Landschaft, Kultur und Traditionen, sagte Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) bei seinem Besuch in der Sachsenhalle. Insgesamt präsentieren 34 Aussteller ihre Produkte.

Auf dem Sprung ins Ausland

Nach Ministeriumsangaben gehört die Ernährungswirtschaft zu den wichtigsten Branchen im verarbeitenden Gewerbe. Die Produktivität stieg seit der Wiedervereinigung auf das Vierfache, der Freistaat förderte Investitionen laut Schmidt mit rund 930 Millionen Euro. Auf der Grünen Woche könnten sich Unternehmen Anregungen für den Schritt auf internationale Märkte holen. Angesichts eines Exportanteils von nur zwölf Prozent sieht Schmidt im Ausland weiterhin Potenziale für Sachsens Landwirtschaft. Bundesweit sei die Quote doppelt so hoch.

In Sachsens Landwirtschaft waren 2013 rund 34 800 Menschen beschäftigt, in der Ernährungswirtschaft sind es derzeit rund 19 900. Aktuell bewirtschaften 6200 Betriebe rund 904 200 Hektar Land, davon 715 200 Hektar Ackerland und 183 700 Hektar Grünland. Ende November 2014 wurden knapp 510 700, darunter fast 192 500 Milchkühe, sowie knapp 680 000 Schweine gehalten. Die Betriebsgröße betrug im Durchschnitt 146 Hektar.

Erbsen und Äpfel dominieren

Gemüse wurde 2013 auf insgesamt mehr als 3867 Hektar angebaut, Hauptkultur dabei war die Erbse, die auf 2121 Hektar wuchs. Weit abgeschlagen folgten Zwiebeln (knapp 443 Hektar), Buschbohnen (knapp 305 Hektar), Spinat (283 Hektar) und Spinat (rund 214 Hektar).

Die Obstbauern erzeugten im vergangenen Jahr gut 101 000 Tonnen Obst, meist Äpfel (92 524 Tonnen), Sauerkirschen (3811 Tonnen) und Birnen (2588 Tonnen). Die Winzer erzeugten 2014 nach bisherigen Schätzungen 21 900 Hektoliter Wein.

Beim Abendempfang zum ges trigen Sachsen-Tag durften die Gäste Buffet und Kultur aus der Oberlausitz genießen. Den kulinarischen Höhepunkt setzte dabei Tilo Hamann vom Erbgericht Eulowitz in der Nähe von Bautzen. Er präsentierte mit frischen regionalen Produkten die Vielfalt der Oberlausitzer, der sorbischen und der schlesischen Küche. Gleichfalls präsentierte sich die Krabat-Milchwelt aus Kotten-Wittichenau mit ihren Erzeugnissen.