Zum Auftakt der Wildbret-Saison warb Agrarminister Frank Kupfer (CDU) am Freitag in der Dresdner Heide ausdrücklich für Wildfleisch.

"Es ist nicht nur reich an Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen. Es ist fettarm und leicht verdaulich - kurz, ein Genuss", sagte er. Momentan falle aber nur 0,5 Prozent des Fleischverbrauches in Sachsen auf Hirsch, Reh oder Wildschwein. Deshalb wolle man nun in die Offensive gehen.

Der Landesjagdverband hat eigens ein Kochbuch mit Wildrezepten sächsischer Jäger aufgelegt. Der Staatsbetrieb Sachsenforst präsentierte am Freitag einen kulinarischen Ratgeber für Wildfleisch aus heimischen Wäldern.

Händler André Noack aus Thiendorf sieht Wild als klassisches Bioprodukt: "Es rennt den ganzen Tag durch den Wald und frisst nur gute Sachen." Außerdem wachse das Fleisch sehr langsam.

Damit Wild das ganze Jahr über konsumiert werden kann, halte man es heute auch in Gattern. Aber auch da gebe es nur Naturfutter. Mit Produkten wie "Wildburger" versuche die Branche, auch junge Leute auf den Geschmack zu bringen.

Im Sommer würden zunehmend Wildbratwürste oder auch Steaks auf den Grill gelegt. "Manche Köche lassen Wild lieber ein paar Tage abhängen, andere bereiten es unmittelbar nach der Jagd zu. Das hängt ganz von der Philosophie des Koches ab", sagte Noack.

In Sachsen werden vor allem Reh-, Schwarz- und Rotwild bejagt. Laut Statistik erlegten Jäger im vergangenen Jagdjahr (1. April 2012 bis 31. März 2013) mehr als 36 000 Rehe, fast 4000 Stück Rotwild und mehr als 32 000 Wildschweine.

Insgesamt ergibt das etwa 850 Tonnen Fleisch. Kupfer räumte ein, dass man eigentlich noch mehr Schwarzwild zur Strecke bringen müsste. Die Größe der Population sei stellenweise dramatisch. Der Minister verwies auf Schäden in der Landwirtschaft. Schwarzwild versammelt sich oft zum "Großen Fressen" auf Feldern.

Knut Falkenberg, Präsident des Landesjagdverbandes, beschrieb die Tücken einer Wildschweinjagd mit einem Gleichnis: Wenn der Jäger ein Haar verliere, dann könne ein Hirsch das hören und ein Reh es riechen: "Der Keiler aber ahnt es schon, bevor das Haar fällt." Es sei ja nicht so, dass der Jäger in den Wald gehe und das Wild mache sofort "Männchen". Außerdem führe Schwarzwild mittlerweile fast das ganze Jahr über Jungtiere, was den Abschuss der Bachen unmöglich macht. "Nicht alles, was schwarz und größer als eine Maus ist, wird geschossen", warnte der Präsident vor übertriebenen Vorstellungen.