Bis 2020 sollen 150 000 Wohnungen weichen, heißt es dazu aus dem Innenministerium. Die Spitze beim Leerstand hat die Stadt Leipzig vorzuweisen, wo laut einer Erhebung von 2010 rund 17 Prozent der Wohnungen keinen Nutzer fanden.

In Chemnitz waren 16,5 Prozent der Wohnungen ungenutzt. Die besten Werte hatte die Landeshauptstadt Dresden mit lediglich 8,4 Prozent Leerstand. Viele der leeren Wohnungen werden laut Prognose des Innenministeriums wohl nie wieder gebraucht werden.

Der Freistaat setzt deshalb auf "integrierte Stadtentwicklungskonzepte", um die Entwicklungsmöglichkeiten ganzer Stadtteile auszuloten. "Die Verantwortung für die Gestaltung der Städte liegt bei den Kommunen und den lokalen Anbietern", heißt es in einer Erklärung des Innenministeriums.

Laut der neuen Verwaltungsvereinbarung "Städtebauförderung 2013" zwischen Bund und Ländern dürften bis 2017 um die 112 Millionen Euro aus Bund-Länder-Programmen in Sachsens Kommunen fließen.

Fördermittel aus den Programmen "Stadtumbau Ost" oder "Städtebaulicher Denkmalschutz" seien "eine der wichtigsten Säulen für die Sanierung unserer Städte", so Innenminister Ulbig.

Mit diesen Programmen will der Freistaat auch die Herausforderungen des Bevölkerungsrückgangs besser bewältigen. Lebten Ende 2011 noch 4,14 Millionen Menschen in Sachsen, rechnet das Statistische Landesamt für 2025 mit nur noch mit 3,6 bis 3,8 Millionen.

Auch von den im Jahr 2011 noch rund 2,2 Millionen Privathaushalten werden laut einer Modellrechnung 2025 nur noch zwei Millionen übrig sein. Steigen wird die Zahl der Haushalte erwartungsgemäß nur in den Metropolen Dresden und Leipzig.

Die Messestadt hat zurzeit um die 60 Prozent Single-Haushalte. Deshalb will der Freistaat den Eigentümern weiterhin Finanzhilfen für den Rückbau anbieten. Seit 2000 verschwanden knapp 94 000 Wohneinheiten mithilfe der Finanzspitze aus dem Bund-Länder-Programms "Stadtumbau Ost".