Zudem stünden die Schulen in Oederan (Kreis Freiberg) und Cunewalde (Kreis Bautzen) derzeit unter „Beobachtungsstatus“ . Sie könnten voraussichtlich zum Schuljahr 2008/2009 als Gemeinschaftsschulen anerkannt werden, wenn es genug Anmeldungen von Schülern gebe. Auf diese Entscheidung hätten sich die Koalitionspartner CDU und SPD am Mittwochabend verständigt. Bis zum Schuljahresbeginn müssten allerdings alle Kandidaten noch konzeptionelle Hausaufgaben machen.
Die Mittelschulen in Dahlen (Landkreis Torgau-Oschatz) und Neukirch in der Lausitz gingen dagegen leer aus. Deren Antrag galt in der Regierung vor allem als Bemühen, die bereits beschlossene Schließung wegen zu geringer Schülerzahlen noch abzuwenden.
Mit der aktuellen Entscheidung könnte es ab 2008 in Sachsen acht Gemeinschaftsschulen geben. Auf Grundlage des Koalitionsvertrages von CDU und SPD war im vergangenen Jahr in Geithain der landesweit erste Standort zugelassen und die Leipziger Nachbarschaftsschule ebenfalls anerkannt worden. Das Chemnitzer Schulmodell galt zudem als sicherer Kandidat, da es seit Jahren als eine Art Gemeinschaftsschule läuft.

Freistaat als Vorreiter
Der SPD-Schulpolitiker Martin Dulig freute sich über die „Öffnung des Schulsystems hin zu längerem gemeinsamem Lernen.“ Dulig: „Wir wollen zeigen, dass mit dem Modell ohne Trennung nach Schularten die Vorgaben der Kultusministerkonferenz zu Bildungszielen und Bildungsstandards besser umgesetzt werden können.“ Dies geschehe auf Initiative der SPD. Sachsen sei dabei Vorreiter, da nun auch Schleswig-Holstein und Berlin ähnliche Modelle einführen wollten. Mit der Entscheidung zu den neuen Standorten seien die Gemeinschaftsschulen vorerst gut über das Land verteilt. An den neuen Standorten hätten die Eltern jetzt Planungssicherheit bei der Anmeldung ihrer Kinder, die bis 16. März erfolgen muss.

Landesweites Netz gefordert
Linkspartei-Schulpolitikerin Julia Bonk forderte dagegen ein landesweites Netz solcher Schulen. „Die Gemeinschaftsschule darf nicht nur eine Nische sein.“ Die Grünen warfen der Regierung vor, sie wolle Gemeinschaftsschulen im ländlichen Raum nach wie vor verhindern. „Kultusminister Flath ist offenbar klar, dass das mehrgliedrige Schulsystem nur noch durch Verhinderungsstrategien zu retten ist“ , sagt Schulpolitikerin Astrid Günther-Schmidt. FDP-Politiker Torsten Herbst kritisiertem, die Minimallösung zeige erneut die bildungspolitische Konzeptlosigkeit der Koalition.