Durch den Wegfall der EU-Außengrenzen nach Polen und Tschechien sei mit erheblichen Mehrbelastungen für Sachsens Straßen- und Schienennetz zu rechnen, sagte der sächsische Staatskanzleichef und ehemalige Europaminister, Stanislaw Tillich (CDU). Gleichzeitig seien Sachsen und die anderen ostdeutschen Länder beim Ausbau von Autobahnen und Gleisstrecken gegenüber den alten Bundesländern im Nachteil, kritisierte Tillich.
Er forderte den Bund deshalb auf, angesichts der der sich abzeichnenden Mehrbelastung weiterhin in die Verkehrswege zu investieren. Wirtschaftlich sieht Tillich die Erweiterung als Vorteil für Sachsen. Er verdeutlichte: "Wir haben boomende Märkte direkt vor unserer Haustür."
Gleichzeitig trat er Befürchtungen entgegen, die Arbeitsmarktlage in Sachsen könnte sich möglicherweise durch billigere Arbeitskräfte aus Polen und Tschechien verschärfen. Zum einen gebe es festgelegte Übergangsfristen, die eine solche Situation verhinderten. Zum anderen könnten viele Branchen im Freistaat Sachsen von einem möglichen Zuzug von Facharbeitern profitieren. Als Beispiel nannte er die Metall- und Automobilbranche. (ddp/ta)