Nach Angaben der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen von gestern läuft die langfristige Kampagne in großen Print-Magazinen und im Internet. Vor allem Westdeutsche sollen damit angesprochen werden. In diesem Jahr fließen 250 000 Euro in das Projekt, 2007 das Doppelte. Auch Meissner Porzellan, sächsischer Wein und die Stadt Leipzig sollen als Aushängeschild dienen. Für dieses Jahr erwartet die Branche in Sachsen Rekordwerte.
Im ersten Halbjahr kamen mit 2,7 Millionen Gästen 8,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Übernachtungen (7,2 Millionen) lag das Plus bei 6,3 Prozent. In der Statistik sind die Zahlen von Campingplätzen sowie von Pensionen mit weniger als neun Betten nicht enthalten. Als Gründe für den Aufschwung Sachsens als Urlaubsland wurden ein Dresden-Boom als Folge der Frauenkirchenweihe, die Fußball-WM und eine gute Wintersaison mit viel Schnee im Erzgebirge genannt. Dresden konnte 20 Prozent mehr Gäste begrüßen.
Bei ausländischen Touristen war der Zuwachs an Gästen und Übernachtungen höher als bei Urlaubern aus Deutschland. Die Branche hat Ausländer auch aus finanziellen Erwägungen im Visier. Während Japaner und US-Amerikaner pro Urlaubstag in Deutschland im Schnitt 291 Euro beziehungsweise 253 Euro ausgeben, sind es bei den Deutschen nur etwa 55 Euro. Der Ausländeranteil an allen Sachsen-Urlaubern dürfte in diesem Jahr die Zehn-Prozent-Marke überschreiten, bundesweit sind es 14,5 Prozent.
Die Tourismus Marketing Gesellschaft sieht aber auch Defizite. "Es gibt zu wenig Ferienhäuser", sagte Geschäftsführer Hans-Jürgen Goller. Damit ließen sich vor allem Niederländer nach Sachsen locken. Außerdem müsste die Branche bei Wellness und Vitalurlaub zulegen. (dpa/mb)