EU-Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte die Schülerin als "beispielhaft mutige Person in einem Land, in dem Mädchen Freiwild sind".

Yousafzai hatte sich im Swat-Tal Pakistans, wo die radikalislamischen Taliban Mädchen den Schulbesuch verwehren, für ihr Recht auf Bildung eingesetzt. Sie überlebte einen Mordanschlag im Oktober 2012 und lebt heute mit ihrer Familie in Birmingham in Großbritannien. Dort geht sie zur Schule. Schulz kündigte an, dass Yousafzai persönlich nach Straßburg kommen werde, um die Auszeichnung am 20. November in Empfang zu nehmen. "Yousafzai hat nicht nur für ihr eigenes Recht auf Schulbesuch gekämpft, sondern sie hat auch andere Mädchen ermutigt, zur Schule zu gehen, in einem Land, in dem viele Erwachsene nicht diesen Mut haben", sagte Schulz.

Mitbewerber waren der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden und drei Menschenrechtsaktivisten aus Weißrussland, darunter der inhaftierte Ales Beljazki. Die junge Malala wurde auch für den Friedensnobelpreis nominiert, der an diesem Freitag in Oslo vergeben wird.

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel nannte die Verleihung an Yousafzai ein "wichtiges Signal". "Malala Yousafzai hat die Weltgemeinschaft wachgerüttelt mit ihrem überaus couragierten Engagement für Bildung", sagte Gabriel. Die Schülerin habe das Recht jedes einzelnen Kindes auf Bildung mit bewegenden Worten deutlich gemacht. Gute Bildung sei der Schlüssel zu einem freien Leben, sagte Gabriel.

F ür die Bewegung für gerechte Bildung in Pakistan ist die Preisverleihung eine Ermutigung. Zahra Arshad, Koordinatorin der Dachorganisation Pakistanische Koalition für Bildung, begrüßte die Entscheidung und sagte, Malala sei weltweit zum Symbol für das Recht auf Bildung geworden. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis "für die Freiheit des Geistes" wird seit 1988 vergebe n.