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S wie Spenden und T wie Tür

Ohne Spenden geht auch im Wahlkampf nur wenig, behaupten jedenfalls die Parteien. Vor allem CDU und FDP verbuchten laut Bundestagsverwaltung in diesem Jahr bislang den Löwenanteil der Finanzspritzen.

Die CDU bekam demnach (Stand Anfang August) insgesamt schon 1,9 Millionen Euro, die FDP 1,5 Millionen Euro überwiesen. Obwohl die Liberalen seit 2013 gar nicht mehr im Bundestag vertreten sind, aber vielleicht spornt ja genau das manchen Geldgeber an. SPD und Grüne konnten sich jeweils nur über eine einzige Einzahlung von 100 000 Euro freuen, CSU und Linke gingen in Sachen Großspenden hingegen leer aus.

Laut Gesetz müssen Parteien besonders hohe Spenden über 50 000 Euro sofort melden. Die Bundestagsverwaltung veröffentlicht anschließend auch die Namen der Spender. Es sind meist reiche Deutsche oder bekannte Unternehmerfamilien, die gerne die Kassen der Parteien klingeln lassen. Ob das einen faden Beigeschmack hat, möge jeder für sich beantworten.

Apropos klingeln: Nicht wundern, wenn es im Schlussspurt bis zum 24. September noch an der Tür klingelt. Es könnte ein Wahlkämpfer sein! Denn komischerweise haben die Parteien den Haustür-Wahlkampf wiederentdeckt, der in Zeiten ohne Internet gang und gäbe war. Die Union glaubt sogar, deswegen bei den Landtagswahlen Anfang des Jahres so gut abgeschnitten zu haben. Freilich wurde die Begegnung mit dem Bürger perfektioniert, per App können die Wahlkämpfer festhalten, wo sie schon geklingelt haben und wie sie empfangen wurden. Sicher ist sicher. Hagen Strauß