Deutschland ist zum zweiten Mal mit seiner Bewerbung um den Ryder Cup gescheitert. 2022 wird der wichtigste Teamwettbewerb des Golfsports überraschend nicht im brandenburgischen Bad Saarow, sondern in Rom ausgetragen. Der Veranstalter Ryder Cup Europe vergab am Montag die 44. Auflage des prestigeträchtigen Kontinentalvergleichs zum ersten Mal nach Italien. Nach den gescheiterten Olympia-Kandidaturen von München (2022) und Hamburg (2024) muss der deutsche Sport eine weitere Schlappe hinnehmen.

Bereits vor vier Jahren hatte Deutschland mit seiner Bewerbung für den Ryder Cup 2018 gegen Frankreich das Nachsehen. In sieben Jahren werden die besten Golfer aus Europa und den USA nicht im Kurort am Scharmützelsee abschlagen. „Das ist schade. Natürlich sind wir enttäuscht. Wir hatten eine super Bewerbung abgegeben. Das deutsche Gesamtpaket war aus unserer Sicht sehr stark und konkurrenzfähig“, sagte Marco Kaussler, Leiter der deutschen Ryder-Cup-Bewerbung und Geschäftsführer der RC Deutschland GmbH.

Politik, Wirtschaft und Sport hätten geschlossen hinter dem Konzept gestanden. Die neuerliche Bewerbung hatte die Rückendeckung des Landes Brandenburg und des Bundes. Das Bundesfinanzministerium gewährte den Organisatoren schon vor der Abstimmung eine Steuererbefreiung.

Der Ryder Cup zählt weltweit zu den größten Sportveranstaltungen mit den höchsten TV-Einschaltquoten. Den Ryder Cup im vergangenen Jahr im schottischen Gleneagles sollen sich weltweit mehr als eine halbe Milliarde Menschen am Fernseher angeschaut haben. Die Veranstaltung wird alle zwei Jahre abwechselnd in Europa und den USA ausgespielt. Der nächste Kontinentalvergleich findet im Herbst 2016 im Hazeltine National Golf Club im US-Bundesstaat Minnesota statt.