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| 02:48 Uhr

Russland: Westen provoziert Bürgerkrieg in Syrien

Moskau. Harte Worte aus Moskau: Der russische Außenminister gibt dem Westen die Mitverantwortung daran, dass in Syrien das Blutvergießen weitergeht – und fühlt sich erpresst. Ein Kompromiss rückt in immer weitere Ferne. dpa/kr

Im Ringen um eine Lösung des Syrienkonflikts hat Russland dem Westen vorgeworfen, mit der Forderung nach Sanktionen einen Bürgerkrieg in dem arabischen Land zu provozieren. Der Westen erpresse Russland: Falls die UN-Vetomacht nicht im Weltsicherheitsrat einer Resolution unter Verweis auf Kapitel VII zustimme, drohe der Abbruch der UN-Beobachtermission. Das sagte Außenminister Sergej Lawrow kurz vor einem Treffen mit dem UN-Sonderbeauftragten Kofi Annan am Montag vor Journalisten in Moskau. Kapitel VII erlaubt Sanktionen und auch ein militärisches Eingreifen der UN, beides lehnt Russland aber strikt ab.

Das syrische Volk zahle den Preis für diese Haltung des Westens. Der umstrittene Präsident Baschar al-Assad werde nicht zurücktreten, da er die Mehrheit der Bevölkerung weiter hinter sich habe, sagte Lawrow. Er wies Kritik an der Weigerung Russlands und Chinas zurück, Sanktionen gegen das syrische Regime zu verhängen. Moskau unterstütze in dem Konflikt keine Seite. Vielmehr unterstütze Russland den Friedensplan von Kofi Annan und die Beschlüsse der Genfer Konferenz vom 30. Juni für eine Übergangsregierung in Syrien mit Vertretern aller Konfliktparteien.

Lawrow forderte erneut die Führung in Damaskus sowie die Regierungsgegner auf, sofort die Gewalt einzustellen. Militärgerät und Kämpfer müssten unter Aufsicht der UN aus allen Städten abgezogen werden, sagte er. "Wir sind sehr besorgt darüber, dass die Situation in Syrien immer komplizierter wird und der Konflikt eine religiöse Dimension erhält." Auch Al Qaida sei bereits aktiv.

Seit mehr als einem Jahr liefern sich in Syrien Regierungstruppen und bewaffnete Oppositionsgruppen blutige Kämpfe. Immer mehr Orte und Regionen scheinen davon erfasst zu werden. Dennoch könne nicht die Rede davon sein, dass in ganz Syrien Bürgerkrieg herrsche, sagte Alexis Heeb, Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).