Der Wechsel im Weißen Haus sei "der richtige Moment" für einen Fortschritt in der Abrüstung, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in Genf, wo er US-Außenministerin Hillary Clinton getroffen hatte. Dem US-Projekt einer Raketenabwehr in Mitteleuropa erteilte er erneut eine Absage. Moskau werde wie wiederholt angekündigt im Ernstfall "diese Bedrohung mit Gegenmaßnahmen beantworten", sagte Lawrow. Russland sei bei der Iran-Frage jedoch zur Kooperation mit Washington bereit. Eine militärische Lösung schließe er aber ebenso aus wie ein "Tauschgeschäft". Als positiv bezeichnete Lawrow die Bereitschaft der neuen US-Regierung zu einer umfassenden Abrüstung bei den Atomwaffen. Clinton bezeichnete das Treffen als "sehr produktiv". Der russische Außenpolitiker Michail Margelow warnte am Sonntag vor überzogenen Erwartungen an das für April geplante erste Treffen der beiden Präsidenten Barack Obama und Dmitri Medwedew. Nach Ansicht von Margelow ist die Art der Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA auf vielen Problemfeldern weiter ungelöst. Dazu gehörten Afghanistan und der Iran, sagte der außenpolitische Sprecher des Föderationsrates nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Die Bundesregierung wollen die USA nach Angaben ihrer Außenministerin nicht zu einem militärischen Engagement im umkämpften Süden Afghanistans drängen. "Das ist die Entscheidung von Deutschland. Ich möchte mich nicht erdreisten und empfehlen, was die deutsche Regierung entscheiden sollte", sagte Clinton dem ZDF auf die Frage, ob Deutschland mehr Soldaten nach Afghanistan schicken und diese auch im Süden einsetzen soll. dpa/roe