Nach Angaben der georgischen Regierung durchbrachen russische Panzer einen Kontrollpunkt der georgischen Polizei nahe der Hauptstadt Tiflis. Das russische Außenministerium kündigte an, dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Belege für angebliche georgische Kriegsverbrechen in Südossetien vorzulegen.
Schweden fror aus Protest gegen das Moskauer Vorgehen im Südkaukasus Militär-Kontakte zu Russland ein.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew reiste gestern erstmals seit Beginn des Konflikts in die Region. In Wladikwkas, Hauptstadt der russischen Teilrepublik Nordossetien, zeichnete der Kremlchef Soldaten aus, die an dem Feldzug gegen Georgien beteiligt waren. Medwedew hatte zuvor in der Stadt Kursk unterstrichen, dass Russland trotz der Kritik an seiner Militäroffensive gegen Georgien bei einem ähnlichen Fall wieder genauso handeln würde. "Wer denkt, er könne ungestraft russische Bürger töten (...), wird eine vernichtende Antwort bekommen", sagte der Präsident. Russland hatte den Einmarsch am 8. August damit begründet, dass Bürger mit russischen Pässen in Südossetien vor georgischen Truppen geschützt werden müssten.
Der international nicht anerkannte Präsident von Südossetien, Eduard Kokojty, verhängte einen einmonatigen Ausnahmezustand und entließ überraschend die Regierung. Die Minister hätten Hilfsgüter nicht schnell genug an die Bevölkerung verteilt. Weite Teile Südossetiens sind durch den georgischen Angriff vom 8. August sowie den russischen Gegenschlag zerstört.
Der von allen Konfliktparteien unterzeichnete Sechs-Punkte-Plan schreibt vor, dass alle Streitkräfte sich auf die Linien vor Beginn der Feindseligkeiten zurückziehen. Das würde für die Mehrheit der russischen Soldaten einen Rückzug hinter die eigene Staatsgrenze bedeuten, nicht nur nach Südossetien. Punkt fünf des mithilfe Frankreichs ausgearbeiteten Friedensplans gesteht Russland aber zu, mit seinen Truppen in und um Südossetien "zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen" zu ergreifen. (dpa/AFP/cd)
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