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| 01:27 Uhr

Russland erklärt Anti-Terror-Kampf in Tschetschenien für beendet

Moskau. Russland hat nach mehr als zehn Jahren den Anti-Terror-Status im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien aufgehoben. Damit ende ein schweres Kapitel für die Teilrepublik, sagte der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. dpa/sm

Mit der Aufhebung des kriegsähnlichen Rechts ist laut Medienberichten in Moskau auch der Abzug von 20 000 russischen Soldaten verbunden. Kadyrow betonte, dass die Konfliktregion im Nordkaukasus nach jahrelangen Angriffen muslimischer Rebellen heute friedlich sei. Das Ende des 1999 eingeführten "Anti-Terror-Regimes" helfe Tschetschenien bei seiner weiteren wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.Das frühere Kriegsgebiet stand bisher unter besonderer Verwaltung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Kremlchef Dmitri Medwedew hatte den FSB unlängst aufgefordert, diesen Status nach Möglichkeit zu beenden. Das Anti-Terror-Komitee des FSB teilte am Donnerstag mit, dass das "Regime" in der nach dem Krieg wieder aufgebauten Republik seit Mitternacht aufgehoben sei. Dies solle eine weitere "Normalisierung der Lage in der Region" ermöglichen.Die Lage in der Region gilt seit Längerem als vergleichsweise ruhig. Insbesondere die von Russland im Krieg zerstörte Hauptstadt Grosny ist größtenteils wieder aufgebaut. Kadyrow genießt in der vorwiegend muslimischen Bevölkerung ungeachtet einer Arbeitslosenquote von mehr als 50 Prozent breite Zustimmung. Dagegen weisen einzelne russische Sicherheitsexperten darauf hin, dass Rebellen weiter Anschläge in der Region verüben. Russlands Militär ging 1994 gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Teilrepublik Tschetschenien vor, musste jedoch 1996 einen Waffenstillstand akzeptieren. Nach einer zweiten militärischen Eroberung im Jahr 2000 wehrten sich die Tschetschenen jahrelang mit Guerilla-Attacken. Terroristen trugen den Kampf immer wieder auch nach außen, so bei der Geiselnahme in einem Moskauer Musical-Theater 2002. dpa/sm