"Wenn sich Russland das Recht nimmt, seine Interessen zu schützen, ändert sich das Verhältnis sofort", sagte Putin in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Agentur Tass. Darin schloss er erneut eine Kandidatur bei der für 2018 geplanten Präsidentenwahl nicht aus. "Ja, es gibt die Möglichkeit meiner Kandidatur für eine weitere Amtszeit", sagte Putin. Die Verfassung gestatte dies. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Ähnlich kritisch gegenüber Europa hatte sich am Samstag bereits Russlands Außenminister Sergej Lawrow geäußert. Er warf den USA und der EU vor, mit ihren Strafmaßnahmen in der Ukraine-Krise einen Sturz der Führung in Moskau zu beabsichtigen. Mit den Sanktionen sollten die russische Wirtschaft zerstört und Straßenproteste provoziert werden, sagte er der Agentur Tass zufolge in Moskau.

Der Westen wolle damit auch seine "falsche Taktik" in der Krise verdecken. "Unsere Partner haben in der Ukraine Extremisten unterstützt und ihre eigenen demokratischen Prinzipien mit Füßen getreten", sagte Lawrow. Russland wolle zwar nicht auf die Zusammenarbeit mit der EU verzichten. Eine baldige Rückkehr zu den früheren, besseren Beziehungen sei aber unmöglich, so Lawrow.