„Von Krisenstimmung ist bei uns nichts zu spüren“, versichert Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Niederlausitz in der Brandenburg-Halle 12. Auch wenn einige gastliche Einrichtungen bereits eine gewisse Zögerlichkeit bei den Reise entscheidungen festgestellt hätten. „Wenn sich die Menschen etwas gönnen, dann muss es auch Qualität haben“, ist sie überzeugt. Und deshalb ist die Niederlausitz auch in diesem Jahr mit dem Elbe-Elster-Land ganz eng zusammengerückt. „Lausitz im Wandel“ ist der gemeinsame Stand in diesem Jahr überschrieben. Und auch das Rad hat Kathrin Winkler wieder mitgebracht, ist sie doch selbst eine passionierte Radlerin, die schon mal von Senftenberg zum Kaffeetrinken in den Spreewald radelt. Brandneu ist beispielsweise eine neue Radtour, die Antje Boshold von der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land wärmstens empfiehlt. Vom „liegenden Eiffelturm“ in die neue Wildnis soll es gehen. Diese Radtour zum Besucherbergwerk F60 mit Wanderung durch das Naturschutzparadies Grünhaus gehört zu den zehn Touren, die die IBA anbietet. Die Team-Leiterin Tourismus ist stolz darauf, dass es für die IBA-Terrassen auf der Messe das Qualitätsgütesiegel gab.

Vis-à-vis preisen barocke Schönheiten den Lausitzer Opernsommer an. Sie sollen wie ein überdimensionaler Baumkuchen zu einer Reise nach Cottbus verführen. „Natürlich gehört auch das grüne Hinterland dazu, aber die Messen waren schon gesungen, als das die Tourismusverbände endlich wieder besiegelt haben“, erzählt Gerd Geipel am Cottbus-Stand. Bei der nächsten Messe werden sich Cottbus und der Spreewald, die touristisch wieder in einem Kahn sitzen, bestimmt wieder gemeinsam präsentieren, glaubt er und winkt zur Burger Tourismus-Chefin Julia Kahl hinüber. Die weiß, wie die beiden Partner am besten zuein anderfinden: über den Gurkenradwanderweg! Mehr als 1000 Kilometer Rad- und Wanderwege im Ober- und Unterspreewald sowie 300 Fließe und Kanäle laden den Aktivurlauber ein.

Auf der Messe präsentiert sich der Spreewald nicht nur mit Bio-Gurken als „natürlich und erlebnisreich“. Auch die Kolonieschänke Burg stellt sich als eine der wenigen zertifizierten Bio-Hotels des Landes vor. Geschäftsführerin Anja Linse schwört selbst auf unverfälschte kulinarische Gerichte, deren Zutaten zum großen Teil aus der Region stammen. Obendrein weiß sie, dass nach einem guten Essen viel Bewegung gut tut. Und so lädt sie zu einer außergewöhnlichen Radtour, auf der die Gäste „Bio-Höfe“ er-fahren können.

Gut möglich, dass sie unterwegs auch Rast machen, um in den Lübbenauer Spreewelten mit den Pinguinen zu schwimmen. Seit sich im Sauna- und Badeparadies auch Pinguine tummeln, sind auch doppelt so viele Kinder da, freut sich Geschäftsführer Michael Jakobs, der zur Unterstützung nicht nur seinen Marketing-Chef Steven Schwerdtner dabei hat, sondern auch ein Pinguin-Maskottchen, das aufgeregt zwischen den Ständen herumwuselt. Auch wenn der Spreewald mit dem Tropical Island dabei ist, die Kräfte zu bündeln, den tropischen Regenwald beäugt ein Pinguin naturgemäß lieber aus der Ferne. Dafür zieht es immer mehr Besucher dorthin. Pressereferentin Kathi Mende glaubt: „Gerade in Krisenzeiten kann es für Fernwehgeplagte eine Alternative für eine Fernreise in die Tropen sein.“