„Wir sind dazu in einem internen Diskussionsprozess“, sagte Woidke der Lausitzer Rundschau (LR). Am Donnerstag nimmt er auch am LR-Wahlforum zum Thema „Innere Sicherheit“ in Cottbus teil.

„Eine Entscheidung dafür ist noch nicht gefallen, aber ich bin dafür sehr aufgeschlossen“, sagte der Ministerpräsident. „Das steht auf meinem Planungszettel.“

Derzeit verfügt das Land nur über eine Polizeischule in Oranienburg. Dort ist gegenwärtig der Bau eines Wohnheimes für angehende Polizisten geplant – doch mit mehr als 1000 Polizeischülern ist die Fachhochschule schon lange an ihren Grenzen angekommen.

„Wir arbeiten an der Polizeischule in Oranienburg momentan an der Kante“, sagt Woidke. Doch der Aufbau eines zweiten Standorts würde auch nicht „mit einem Fingerschnipp“ gehen. Vielmehr würde es Jahre dauern, bis die Einrichtung betriebsbereit sei und noch länger, bis die ersten Absolventen in den Polizeidienst übernommen werden könnten.

In ihrem Wahlprogramm für die Landtagswahl 2019 sieht Brandenburgs SPD den Aufbau einer fünften Einsatzhundertschaft, die Ausbildung von 425 Polizeianwärtern pro Jahr und den Erhalt aller Polizeistandorte vor.

Für Brandenburgs Feuerwehren ist unterdessen bereits eine neue Ausbildungsstätte geschaffen worden: Erst kürzlich nahm Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in Wünsdorf einen zweiten Standort der Landesfeuerwehrschule in Betrieb.

Brandenburgs CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben hatte bei der Vorstellung seines 100-Tage-Programms in der vergangenen Woche die Sicherheitspolitik des rot-roten Kabinetts unter Dietmar Woidke unterdessen scharf kritisiert. Konkret sprach er vom „Sicherheitsrisiko Dietmar Woidke.“

Dabei kündigte Senftleben, der am Donnerstag beim RUNDSCHAU-Wahlforum von CDU-Generalsekretär Steeven Bretz vertreten wird, auch ein Sofortprogramm für mehr Revierpolizisten, eine Verbesserung der Ausrüstung und Ausstattung der Beamten sowie eine Abschaffung der Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte an.

Ferner will sich Senftleben im Gegensatz etwa zu Linken und Grünen für eine Überarbeitung des Polizeigesetzes einsetzen, „um moderne technische Möglichkeiten wirksam für Verbrechensbekämpfung nutzen zu können.“

Um das erst in diesem Jahr verabschiedete Polizeigesetz hatte es in der rot-roten Koalition massiven Streit gegeben. So wurden die Möglichkeit zur Onlinedurchsuchung und zur Überwachung von Messengerdiensten auf Druck der Linken aus dem Gesetz gestrichen.

LR vor Ort spezial am 22. August

Die Lausitzer Rundschau lädt für den 22. August um 19 Uhr ins Medienhaus nach Cottbus ein (Straße der Jugend 54). Sieben Kandidaten verschiedener Parteien wollen vor der Landtagswahl 2019 in Brandenburg mit Journalisten und dem Publikum diskutieren.

Das sind die Diskussions-Partner

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident Brandenburgs und Spitzenkandidat

Benjamin Raschke, Grünen-Spitzenkandidat

Sebastian Walter, Linken-Spitzenkandidat

Steeven Bretz, Generalsekretär der Landes-CDU und Mitglied des Landtags

Jeff Staudacher (FDP), Direktkandidat im Wahlkreis 41 (Spree-Neiße)

Birgit Bessin (AfD), MdL, Direktkandidatin im Wahlkreis 24 (Teltow-Fläming)

Angefragt: Péter Vida (BVB/Freie Wähler)

LR vor Ort in Cottbus: So melden Sie sich an

Leserinnen und Leser sind eingeladen, mitzudiskutieren und Fragen zur künftigen Landespolitik an die Podiumsgäste zu stellen. Moderieren werden RUNDSCHAU-Korrespondent Benjamin Lassiwe und LR-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer.

Melden Sie sich jetzt an! Der Eintritt am 22. August ist frei, die Zahl der Plätze ist begrenzt. Anmeldungen per Mail bitte an direkt@lr-online.de oder telefonisch unter 0355/481 555. Ort: LR-Medienhaus, Straße der Jugend 54, 03050 Cottbus. Einlass ab 18.30 Uhr.