Linkes Bein und tipp tipp mit der Zehe, rechtes Bein und tipp tipp - was bei der Trainerin so locker und elegant aussah, ließ mein Gehirn schon auf Hochtouren laufen. Erste Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn.

Bevor wir uns danach an den Drehungen versuchten, stand erst einmal das richtige Gehen um die Stange auf dem Stundenplan. Dabei greift der innere Arm hoch an die Stange, der innere Fuß setzt elegant - so die Theorie - vor und außen zieht auf der gleichen Linie nach. Natürlich immer schön auf Zehenspitzen und Kopf hoch.

Nachdem ich meine Füße ein paar Mal entknoten musste, hatte ich den Dreh schließlich raus, und ich muss schon zugeben: Ich fühlte mich wie eine Königin, die durch ihre Gemächer schreitet. Danach wurde es bei den Drehungen schon deutlich anspruchsvoller.

Hier ließ ich erst einmal allen anderen den Vortritt. Da aber beim "einfach nach hinten fallen lassen" wider Erwarten keiner stürzte, wagte auch ich den Versuch. Und tatsächlich: Ich drehte mich rückwärts um die Stange. Zwar sah ich dabei sicher nicht so elegant aus wie die angestrebte Feder, aber das Gefühl war trotzdem toll. Auch beim Klettern danach überraschte ich mich selbst. Hätte ich diese Technik doch bloß schon als Kind gekannt. Da hätte ich auf dem Spielplatz endlich alle abgezogen.

Meine Bilanz: Auch wenn ich an manchen Figuren scheiterte, meine Finger schmerzten und ich noch heute blaue Flecken habe - die Momente nach den Drehungen waren es wert.