Jens Bormann (30), Elsterwerda (Elbe-Elster), CNC-Dreher, verheiratet, zwei Kinder: „Aus meiner Sicht ist die Erhöhung des Kindergeldes nicht vordergründig nötig. Mir wäre es lieber, die Kosten für die Kita- und Hortbetreuung würden günstiger gestaltet. Wir haben das Glück, dass meine Frau und ich Arbeit haben – ich kenne aber einige in meinem Bekanntenkreis, wo das nicht der Fall ist. Diese Familien haben ganz schön zu knabbern, um die monatlichen Betreuungskosten zu finanzieren. Und dann kommt da ja noch das Essengeld dazu. Als Dreher im Schichtbetrieb bin ich froh, dass wir noch Großeltern haben, die uns bei der Abholung der Kinder aus Kita und Hort unterstützen.“

Stephan Scheffler (31), Cottbus, ledig, zwei Kinder: „Ich bin der Meinung, dass mehr Geld für die Betreuung ausgegeben werden muss und somit den Kindern direkt zugute kommen sollte. Anders könnte es auch missbräuchlich eingesetzt werden. Vor allem allgemein im Bereich der Bildung muss noch viel getan werden. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es so auch in der frühkindlichen Bildung, die, wie oft wissenschaftlich bewiesen wurde, überaus wichtig ist.“

Constanze Pula (22), Weißwasser (Kreis Görlitz), Sozialassistentin, drei Kinder: „Der Staat sollte meiner Meinung nach mehr Betreuungsangebote anbieten, weil die Kinder so zeitig wie möglich und optimal in die Gesellschaft integriert werden sollten. Ich selbst musste sehr lange für meine älteste Tochter auf einen Kita-Platz warten. Derzeit bin ich noch im Baby-Jahr.“

Marietta Ullmann (21) und Stefan Sucker (21), Cottbus, Studenten, kinderlos: „Wenn mehr Geld für Kinder ausgegeben werden soll, dann direkt in Betreuungsplätze – am besten für alle Kinder. Toll wäre es, wenn jedem Kind kostenlos ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen könnte. Kinderbetreuung sollte nicht am Einkommen der Eltern scheitern. Erst, wenn genug Kitaplätze vorhanden sind, könnte es sinnvoll sein, Betreuungsplätze auszubauen und zum Beispiel Bio-Essen oder Lernförderangebote anzubieten.“

Petra Dayss-Friedrich, Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz), Pharmazieingenieurin, verheiratet, zwei Kinder: „Ich finde beides gleich wichtig: Der Staat sollte sowohl mehr Kindergeld zahlen als auch mehr in die Kindergärten und Horte investieren. Es würde schon vieles erleichtern, wenn die Hortgebühren wegfallen. Ein kostenloses Mittagessen in der Schule oder Kita wäre auch toll. Es darf doch nicht sein, dass Kinder nicht Essen gehen können, weil den Eltern das Geld dafür fehlt. Wenn die Kinder größer sind, würde ich die Erhöhung des Kindergeldes begrüßen. Da sie damit dann individueller unterstützt werden können, zum Beispiel mit Taschengeld oder neuer Kleidung. Ich finde, dass der Staat den Familien mehr Hilfe leisten sollte.“