Brandenburg hält einen traurigen Rekord: In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Waldbrände wie hier. Bisher brannte es in dieser Saison 161-mal, dabei wurden rund 45 Hektar Wald vernichtet. "Die Schäden können nicht nur materiell am Wert der zerstörten Bäume und entgangener Erlöse beim Holzverkauf gemessen werden", sagte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter der Landes. Das Feuer zerstöre auch jahrzehntelang gewachsene Natur und Lebensräume. Es dauere Jahrzehnte, ehe wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt sei.

In Brandenburg wächst Wald auf rund 1,1 Millionen Hektar. Damit rangiert die Mark hinter Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen an vierter Stelle der Bundesländer. Im Vorjahr musste die Feuerwehr 235-mal ausrücken, 75 Hektar waren betroffen. Das bislang "schwärzeste" Jahr war demnach 2003: damals wurden bei knapp 700 Bränden etwa 600 Hektar ein Opfer der Flammen.

Die gefährlichste Waldbrandzeit war in diesem Jahr der Juli. "Das war ein extremer Monat mit großer Trockenheit und nur wenigen Regentagen", sagte Engel. Allein in diesem Monat brannte es 80-mal. Das größte Feuer der Saison vernichtete bei Baruth (Teltow-Fläming) 17 Hektar Wald. Die Fläche ist stark belastet durch Kampfmittel und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, die teilweise mit Phosphorköpfen ausgestattet ist. Bei höheren Temperaturen entflamme Phosphor leicht. Zudem sei der Brand nicht leicht zu löschen gewesen. Feuerwehrleute durften wegen der Gefahr nicht auf das Gelände. Ein Löschpanzer musste eingesetzt werden. Vier Tage lang waren die Feuerwehrleute bei Baruth im Einsatz.

Bei den meisten der rund 161 Brände ist die Ursache unklar. "Beim Rest handelt es sich zumeist um vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung", erläuterte Engel. Die Täter seien aber meist nur schwer zu ermitteln. "Brandstiftung ist kein Kavaliersdelikt", stellte er klar. Eine aus dem Auto gedankenlos herausgeschnippte Kippe könne ein furchtbare Kettenreaktion auslösen.

Bewährt haben sich in Brandenburg sensorgestützte Überwachungssysteme wie Fire Watch. Damit wurden seit 2002 die alten Feuerwachtürme nach und nach abgelöst. Flächendeckend werden mittlerweile durch 109 optische Sensoren die Waldgebiete überwacht. In derzeit sieben Waldbrandzentralen werden die übertragenen Bilder ausgewertet.

Wichtig ist nach Angaben von Engel auch der Ausbau der Forstwege, damit Löschfahrzeuge im Schadensfall schnell an die Brandorte fahren können. "Das stößt aber oft auf Kritik bei Naturschützern", sagte er. Sie befürchten Eingriffe in die Natur und machen ihr Veto geltend.