Wo ist Inga?
Die Ermittlungsgruppe "Wald" weiß es nicht. "Die Arbeit ist schwierig, denn wir haben immer noch keine konkreten Hinweise oder eine heiße Spur", sagt der Magdeburger Polizeisprecher Mike von Hoff. Keiner könne sagen, was dem Mädchen zugestoßen sei. Es bestehe eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Straftat. "Aber mit Sicherheit wissen wir auch das nicht."

Haben die Ermittler die Suche nach Inga aufgegeben?

Nein, sagt Polizeisprecher von Hoff. "Wir ermitteln weiter, auch wenn man es nicht öffentlich sieht." 15 Beamte seien derzeit mit dem Fall beschäftigt. Aus den Zeugenaufrufen, Befragungen und Untersuchungen hätten sich rund 1700 Spuren ergeben. 90 Prozent von ihnen sei die Ermittlungsgruppe "Wald" nachgegangen. Nur wenige seien noch offen. Weil nur wenige Hinweise dazukommen, wurde das Team von einst 30 Ermittlern inzwischen halbiert.

Sind weitere Aktionen geplant?

Derzeit nicht. Bundesweit hängen zwar noch mehr als 3000 Fahndungsplakate nach Inga. Neue TV-Auftritte oder Aufrufe seien jedoch nicht geplant, sagt Polizeisprecher von Hoff. Zuletzt hatten die Ermittler im Sommer auch mehrfach mit Personenspürhunden nach Inga gesucht und waren durch halb Sachsen-Anhalt und bis kurz vor Dresden gelaufen. Sollten die Ermittlungen es nötig machen, könnten laut Polizei kurzfristig ähnliche Suchaktionen gestartet werden.

Ist Inga das einzige seit Langem vermisste Kind?

Nein. Nach Angaben des Landeskriminalamts werden in Sachsen-Anhalt derzeit 24 Kinder unter 14 Jahren seit längerer Zeit vermisst. Eine Fahndung läuft bereits seit 1979. Bei sieben Fällen handele es sich um Kin des entziehung durch ein Elternteil. Fünf Vermisste seien Dauerausreißer oder aus einem Kinderheim geflohen. Ebenso viele unbegleitete Flüchtlinge unter 14 Jahren sind verschwunden. Bei vier Kindern vermuten die Ermittler, dass sie ertrunken sind. Zwei Mädchen, Inga und die seit 1998 vermisste Mandy aus Halle, könnten Opfer einer Straftat sein.