„Wenn wir den Substanzverfall bei der Infrastruktur endlich aufhalten wollen, müssen wir deutlich mehr Geld in die Schieneninfrastruktur investieren“, forderten Fraktionsvize Oliver Krischer und Spitzenkandidat Cem Özdemir. Sie warfen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Untätigkeit vor. „Damit schadet er unserer Volkswirtschaft.“ Der Verfall bremse den Bahnverkehr aus, Brücken müssten zum Teil mehrere Wochen lang gesperrt werden. Der Zustand in vielen Bundesländern sei „erschreckend“, betonten die Grünen. So hätten in Nordrhein-Westfalen rund 40 Prozent der Brücken „umfangreiche, zum Teil gravierende Schäden“.

In Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern sei es jeweils etwa ein Drittel. Im Schnitt seien die maroden Brücken 86 Jahre alt, betonten die Grünen. Spitzenreiter sei eine Brücke in Saalfeld/Saale (Thüringen) mit 146 Jahren. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 25 700 Eisenbahnbrücken. Bereits im Dezember 2016 hatte der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, der Deutschen Bahn vorgeworfen, trotz Milliarden Euro vom Bund an der Infrastruktur zu sparen. 2014 waren mindestens 1200 Brücken als dringend sanierungsbedürftig eingestuft worden.