Dies gelte auch für Lesbos.

Der Flüchtlingszustrom dauerte am Dienstag , wenn auch etwas abgeschwächt, an: Innerhalb von 24 Stunden hätten 225 neue Asylsuchende vom türkischen Festland auf griechische Inseln übergesetzt, teilte der griechische Stab für die Flüchtlingskrise mit. Am Vortag waren 339 Menschen angekommen.

Als Grund für den vorläufigen Stopp der Rückführungen nannte die Regionalgouverneurin der Inseln der Nordägäis, Christiana Kalogirou, das veränderte Verhalten der Flüchtlinge: Fast alle hätten nun Asylanträge gestellt, sagte sie ERT. Zuvor hatten viele Menschen nur nach Mitteleuropa weiterreisen wollen und auf Asylanträge verzichtet. Es werde mehrere Tage dauern, bis die Asylanträge im Schnellverfahren bearbeitet seien, sagte Kalogirou. Erst dann könnten Menschen, deren Anträge abgelehnt wurden, in die Türkei ausgewiesen werden. Zudem fehlen weiterhin Asylentscheider.

In den improvisierten Lagern von Idomeni und Piräus herrschen weiterhin miserable Zustände. Immer wieder kommt es zu Tumulten zwischen Migranten. Es sei dreckig, es gebe wenig zu essen und kein fließendes Wasser, berichteten Mitarbeiter humanitärer Organisationen. Die Regierung versucht, die beiden Lager gewaltfrei zu räumen. Die Migranten wurden am Dienstag dem ERT zufolge erneut in arabischer Sprache aufgefordert, mit bereitgestellten Bussen in die offiziellen Auffanglager zu fahren. Im Überseehafen Piräus leben noch knapp 5000, in Idomeni etwa 12 000 Migranten.