Das habe er schon 2008 und 2004 bei den damaligen Duellen der Präsidentschaftskandidaten gekonnt gezeigt.

Seit mehr als 20 Jahren fühlt Schieffer jeden Sonntag in seiner Sendung "Face the Nation" den Mächtigen der Politik auf den Zahn. Zudem ist er für seinen Sender CBS der Chefkorrespondent in Washington. Seit mehr als drei Jahrzehnten berichtet der gebürtige Texaner aus der US-Hauptstadt, über lange Zeiträume präsentierte er zudem die Hauptnachrichtensendung am Abend. Seine journalistischen Leistungen wurden sieben Mal mit dem Emmy-Fernsehpreis ausgezeichnet, darunter einer für sein Lebenswerk.

Angefangen hatte Schieffer als Zeitungsreporter in Texas. Dort ist auch eine Journalistenschule nach ihm benannt. 1969 kam er zu CBS. Der erfolgreiche Buchautor gilt als "Mann alter Schule", dessen erfolgreichste Zeit war, bevor soziale Medien das Nachrichtentempo erhöhten. Er werde aber am Montag sicher nicht so passiv sein wie sein etwas älterer Kollege Jim Lehrer (78), der die erste Debatte zwischen Obama und Romney moderiert hatte und für seine Zurückhaltung stark kritisiert wurde. Zugleich werde Schieffer auch nicht so forsch vorgehen wie die Moderatorin des zweiten TV-Duells, Candy Crowley, meint die "Los Angeles Times".

Indes hat Obama mit einem neuen Wortspiel versucht, seinen Kontrahenten Romney lächerlich zu machen. Sein Widersacher müsse an einer Krankheit namens "Romnesia" leiden, durch die er seine früheren politischen Aussagen vergesse, scherzte Obama am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt in Fairfax (Virgina). Der Präsident setzte dabei das Kunstwort aus Romney und Amnesia (deutsch: Amnesie) zusammen. Der medizinische Begriff beschreibt eine Gedächtnisstörung. Obama zählte mehrere Themen auf, bei denen Romney in den vergangenen Wochen seine Meinung geändert habe.