Doch der Auftritt hatte eine über das eigentliche Thema hinausgehende Bedeutung. Denn zu Beginn der Legislaturperiode hatten die Grünen noch viele Pressekonferenzen mit der CDU gemacht. Als ebenfalls gestern ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen zur Stärkung der Oberschulen vorgestellt wurde, geschah das nicht.

Seit einiger Zeit ist eine immer größere Nähe der Umweltpartei zur rot-roten Koalition feststellbar. Bei der Kreisgebietsreform etwa beteiligen sich die Grünen nicht an der von CDU, Freien Wählern und FDP gestarteten Volksinitiative, sondern bemühen sich um eine konstruktive Oppositionspolitik. Bei der Abstimmung über das Leitbild enthielten sie sich der Stimme, einzelne Änderungsanträge brachte die Fraktion im Landtag durch. "Sie sehen, dass es noch keinen gemeinsamen Hintergrund für rot-rot-grüne Pressekonferenzen gibt", sagte Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. "Daran erkennt man, dass es bislang noch keinen Bedarf dafür gibt - aber vielleicht gibt es den in Zukunft ja öfter."

SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz war da zurückhaltender. Sie nannte es eine "Qualität dieser Legislaturperiode, dass alle demokratischen Parteien in der Lage sind, miteinander Anträge zu besprechen." CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben betonte, Interesse daran zu haben, "fernab der bekannten Koalitionen auch neue Wege zu erschließen". Gleichzeitig attestierte er den Grünen einen "kleinen Kurswechsel". Die Möglichkeit zu Rot-Rot-Grün auf Bundesebene sei da. "Und das geht nicht um den Brandenburger Landtag herum."