Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte nach dem Abbruch der Verhandlungen: „Es hat sich herausgestellt, dass es keine tragfähige Einigung gegeben hätte.“ Die Positionen zur A 100 seien nicht in Einklang zu bringen gewesen. Die SPD habe „ernsthaft versucht, eine gemeinsame Basis zu finden“. Doch um einen Kompromiss zu finden, müssten sich beide Seiten bewegen.

Die Grünen machten Wowereit für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Die Gesprächsrunden hätten deutlich gemacht: „Klaus Wowereit persönlich will diese rot-grüne Koalition nicht“, erklärten die Berliner Landesvorsitzenden Bettina Jarasch und Daniel Wesener. Der Berliner Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann warf Wowereit vor, er komme „schwer damit klar, mit einem selbstständig agierenden Verhandlungspartner umgehen zu müssen.“ Zu dem Streit um die A 100 sagte er, es sei eine Entscheidung der Sozialdemokraten gewesen, „dass der Kompromiss nicht reicht“.

Die Verlängerung der A 100 galt von Anfang als entscheidender Knackpunkt für Rot-Grün. SPD und Grüne hatten sich in den Sondierungsgesprächen darauf verständigt, den Weiterbau nicht grundsätzlich aufzugeben, sondern zu versuchen, die entsprechenden Bundesmittel für andere Verkehrsprojekte zu verwenden. Während die Grünen darauf beharrten, dass die A 100 nicht gebaut wird, pochte die SPD auf den Weiterbau, falls die Bundesmittel nicht anderweitig eingesetzt werden können.

Nach dem Scheitern der rot-grünen Koalitionsverhandlungen hat sich der SPD-Landesvorstand am Abend einstimmig für Gespräche mit der CDU ausgesprochen. Die CDU steht nach den Worten des Generalsekretärs der Bundes-CDU, Hermann Gröhe, für Verhandlungen bereit. Das Scheitern von Rot-Grün eröffne die Chance, „eine Koalition mit stabilen Mehrheiten zu bilden“, erklärte Gröhe.

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