Ein Energie-Akteur war beim letzten Auftritt der Cottbuser im Schwabenland beim Finale um die Deutsche Meisterschaft 2006/2007 auf dem Rasen nicht dabei, obwohl er dort entscheidende Impulse für seine Fuß baller-Karriere bekam: Timo Rost. Er war im Mai zwar mit im Stadion, konnte auf Grund einer Sperre aber nicht mitspielen. Trotzdem musste er damals viele Hände schütteln oder sich auf die Schulter klopfen lassen. Indiz dafür, dass Rost beim VfB-Umfeld noch in guter Erinnerung ist. Der heutige Kapitän der Cottbuser freut sich natürlich, an seine alte Wirkungsstätte, wo er mit Stars wie Fredi Bobic, Giovanne Elber oder Krassimir Balakov zusammenspielte, zurückzukehren. „Es war eine schöne Zeit, doch das ist nur noch Erinnerung“ , sagt Rost.
Der Cottbuser Kapitän weiß natürlich um die Konstellation der Partie: „Alle beim VfB und natürlich die Fans gehen davon aus, dass Stuttgart uns abschießt. Sie haben vielleicht sogar mehr Druck als wir. Das ist aber eine Situation, mit der wir gut umgehen können.“
Er mahnt aber vor allem an, dass Energie sich an alte Tugenden neben der zuletzt erkennbaren spielerischen Steigerung erinnert, die Zähne zusammenzubeißen und die Ärmel hochzukrempeln. „Wir dürfen keinen Meter kampflos preisgeben. Wir haben immer dann Erfolg gehabt, wenn wir als Mannschaft geschlossen aufgetreten sind“ , mahnt er an.
Das glaubt auch Cheftrainer Petrik Sander, der an die 0:0-Partie in Leverkusen erinnert: „Da haben wir um jeden Ball gekämpft und die Konzentration hoch gehalten und wurden mit einem Punkt belohnt. Eine Sache, die gegen den VfB nicht unmöglich ist.“
An ihrer mangelnden Chancenverwertung haben die Cottbuser mit viel Schusstraining und vielen Abschlusshandlungen intensiv gearbeitet. „Genau das stand im Mittelpunkt unserer Woche“ , sagt Rost. Der FCE-Kapitän hatte in den Spielen gegen Dortmund und Nürnberg mit Fernschüssen Pech, die nur ganz knapp ihr Ziel verfehlten und flachst deshalb: „Ich habe mir von unserem Physiotherapeuten den Knochen am Fuß besser einstellen lassen, damit ich diesmal besser treffe.“
Jedenfalls ist der Cottbuser Mittelfeldmann überzeugt, dass die Torflaute der Cottbuser vielleicht schon in Stuttgart endet: „Wir wollen jedenfalls alles dafür tun, dass das so ist, damit sich die Blockade endlich löst.“
Nicht darauf eingehen wollte der FCE-Kapitän auf die in dieser Woche wieder aufkommenden Spekulationen um FCE-Trainer Petrik Sander (die RUNDSCHAU berichtete): „Wir haben vor Wochen im Mannschaftsrat deutlich gesagt, dass wir uns zu solchen Dingen öffentlich nicht mehr äußern werden.“
Optimistisch an die heutige Aufgabe geht der dänische Stürmer Dennis Sörensen ran: „Wir werden keinen Hurra-Fußball spielen, sondern defensiv gut stehen und versuchen, unsere Konterchancen zu nutzen.“ Nach eigenem Bekunden kommt er mit dem Tempo in der Liga von Woche zu Woche besser zurecht und wagt eine Prognose: „Natürlich wird Stuttgart heute gegen uns gewinnen wollen, doch das schaffen sie nicht.“
Nach dem gestrigen Abschlusstraining in Stuttgart machte FCE-Trainer Petrik Sander zwar die Aufstellung nicht namentlich publik, deutete aber an, dass sie ähnlich dem Spiel vor Wochenfrist sein wird: „Ganz falsch ist diese Vermutung nicht.“