Nach der Rückkehr warf Rokita (49) den deutschen Behörden rechtswidriges Vorgehen und eine antipolnische Einstellung vor. Sie hätten ihn "wie einen Hund" behandelt, sagte er der Zeitung "Gazeta Wyborcza". Der Zwischenfall rief bei einem Teil der polnischen Medien antideutsche Ressentiments hervor. "Aggressive Deutsche, woher kennen wir das?", sagte ein Radiomoderator in Anspielung auf die schwierige deutsch-polnische Vergangenheit. Die Tageszeitung "Dziennik" sprach von "Rüpelei" und "Gewalt". Die konservative Opposition forderte, das Parlament einzuschalten. Die Staatsanwaltschaft Landshut hat die Ermittlungen gegen Rokita aufgenommen. Gegen den früheren Abgeordneten der Partei Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsident Donald Tusk werde wegen Verdachts auf Körperverletzung, Hausfriedensbruch sowie Verstoß gegen das Luftverkehrsgesetz ermittelt, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt, Hans-Peter Kammerer, am Donnerstag. Zugleich habe dessen Frau, Nelly Rokita, einen Polizeibeamten wegen Beleidigung angezeigt. Auch in dem Fall werde ermittelt. Auslöser für den Streit zwischen Rokita und der Stewardess sei der Sitzplatz des Politikers gewesen. "Als er dann auf dem Platz saß, auf dem er sitzen sollte, wollte er sich nicht anschnallen - stattdessen hat er die Stewardess beiseite geschubst", schilderte Kammerer den Vorfall nach bisherigem Ermittlungsstand. Die Stewardess habe weiterfliegen können, aber über Schmerzen geklagt. Da Rokita nicht freiwillig das Flugzeug verlassen wollte, habe der Pilot die Polizei gerufen. "Der Pilot hatte ihn aufgefordert, das Flugzeug zu verlassen, weil er ihn als Sicherheitsrisiko eingestuft hat", erläuterte Kammerer. Das Hausrecht in der Maschine habe stets der Flugzeugführer. Am Mittwochmorgen sei Rokita aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. dpa/das