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Rohrkrepierer im Regierungsviertel

Manchmal denkt man, man glaubt es kaum: Da nutzt die Bundeswehr seit Jahr und Tag das Sturmgewehr G 36, und nun stellt sich heraus, dass man damit eigentlich gar nicht schießen kann. Jedenfalls nicht treffsicher.

Nun regen sich alle in Berlin darüber auf. Dabei muss man das positiv sehen: Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen kann, dann ist er hiermit treffsicher erbracht.

Aber nicht nur im Bereich des Verteidigungsministeriums gibt es seltsame Geschichten. Auch im Verkehrsministerium rieb man sich neulich verwundert die Augen. Genau 12 343 Gegner einer Umgehungsstraße in Bayern hatten dem Ressort im vergangenen Jahr eine entsprechende Petition übergeben. Die Unterschriften waren in einem roten Aktenordner dokumentiert, der an den Bundestag weitergeleitet werden sollte. Dumm nur, dass er dort nie ankam. Nachforschungen blieben erfolglos.

Am Ende teilte das Ministerium kleinlaut mit, die Unterlagen seien verloren gegangen. Peinlich, peinlich. Aber gut, dass die damit befasste Bürgerinitiative Kopien der Unterschriftenlisten angefertigt hatte. Nun werden die eben verschickt. Und zwar gleich an den Bundestag. So einfach lässt sich die Sache mit dem Sturmgewehr nicht regeln. Das bleibt ein Rohrkrepierer.