Land und Bund unterzeichneten gestern in Dresden eine entsprechende Vereinbarung. Die betroffenen rund 340 Menschen sollen so dazu bewegt werden, sich an anderen Orten anzusiedeln.
Die Einwohner des Ortsteiles müssen sich Ende Februar 2003 entscheiden, ob und welche Hilfen zum Umzug sie annehmen, hieß es. Röderau-Süd war nach der Wende in einem Überschwemmungsgebiet der Elbe errichtet worden. Ziel sei es, die Planungsfehler der Vergangenheit zu korrigieren. Die frei werdende Fläche soll wieder Überschwemmungsgebiet werden.
Das Konzept sei deutschlandweit bisher einmalig, sagte der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Tilo Braune. Finanziert werden soll das Vorhaben aus dem Mitteln des Fonds Aufbauhilfe. Angaben zu den erwarteten Kosten machte Braune nicht. Er unterstrich, dass kein Einwohner zum Umzug gezwungen werden soll. Nunmehr müssten individuelle Lösungen gefunden werden. Es werde nicht um jeden Euro gefeilscht.
Nach Angaben des Zeithainer Bürgermeisters Hannes Berger lebt derzeit etwa ein Drittel der betroffenen Einwohner nicht in Röderau-Süd. Wie viele Menschen sich bislang entschlossen haben, den Ortsteil dauerhaft zu verlassen, konnte er nicht sagen.
Eine Prüfung durch das Umweltministerium hatte ergeben, dass in Röderau-Süd bei einem Hochwasser alle fünf bis 20 Jahre die Erdgeschosse der Häuser teilweise oder ganz überflutet würden. Ein Ringdeich um das Gebiet könne nicht gebaut werden. Damit würde sich dann für die benachbarten Orte wie Riesa, Promnitz, Nünchritz und Zeithain die Hochwassergefahr in nicht zu verantwortendem Maße erhöhen. (dpa/bra)