Mit der Jury-Entscheidung verbunden sind in den nächsten fünf Jahren bis zu 40 Millionen Euro vom Bund, 60 Millionen Euro vom Land und weitere zweistellige Millionenbeträge aus der Wirtschaft. Außerdem erhält als zweites ostdeutsches Projekt das „Solarvalley“ Mitteldeutschland mit Hauptsitz in Halle in Sachsen-Anhalt weitere 80 Millionen allein vom Bund und vom Freistaat Sachsen. Ziel sei es, die leistungsfähigsten Cluster in Deutschland auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen. sagte Schavan.
„Cool Silicon“ will vor allem den Energieverbrauch der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) senken. Die IKT verbrauche bereits ein Viertel soviel Energie wie die Pkw-Flotte - „mit der negativen Tendenz, sie sogar einzuholen“ , sagt Gerhard Fettweiß. Ziel des Projektes sei daher die Steigerung der Energie effizienz. Beteiligt sind 16 Lehrstühle, neun Forschungsinstitute und Großunternehmen wie AMD, Infineon und Qimonda.
Das „Solarvalley“ Mitteldeutschland mit 29 Firmen - darunter Q-Cells - und 14 Forschungseinrichtungen hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von 18 Prozent aller weltweit gefertigten Solarzellen zu steigern und zur führenden Fotovoltaikregion zu werden. Bis 2015 soll durch höhere Wirkungsgrade und niedrigere Produktionskosten der Anlagen wettbewerbsfähiger Solarstrom verfügbar sein.
Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gratulierte den Wissenschaftlern postwendend: „Das ist der Forschungs-Ritterschlag für den Freistaat und für die leitenden Professoren.“ Sachsen werde damit seine führende Stellung in der Mikroelektronik behaupten und neue Technologiesprünge mitgestalten. „Unsere Spitzencluster haben das Zeug für einen Aufbruch in neue Dimensionen.“ Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) betonte, mit der Entscheidung stiegen die Chancen, „auf dem Gebiet der Mikro- und Nanotechnologie sowie der Energietechnologie an die internationale Spitze vorzurücken“ . In der Mikroelektronik im Raum Dresden arbeiteten bereits 48 000 Menschen. Dank „Cool Silicon“ könnten es künftig 100 000 werden. Dresden gilt als wichtigster Halbleiterstandort Europas.
Sachsen hatte sich bei der Initiative zunächst mit vier Anträgen beworben. Im März waren aus bundesweit 38 Kandidaten zwölf Finalisten ausgesucht worden. Die fünf Sieger teilen sich insgesamt 200 Millionen Euro vom Bund.