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Ringen um den Frieden in der Ukraine und Syrien

Schon im Dunkeln begrüßt Angela Merkel vor dem Kanzleramt den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.
Schon im Dunkeln begrüßt Angela Merkel vor dem Kanzleramt den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. FOTO: dpa
Berlin. Die Kanzlerin hat die Erwartungen an den Syrien/Ukraine-Gipfel heruntergeschraubt. Doch es soll auch um einen humanitären Zugang zur umkämpften Stadt Aleppo gehen. Noch hält die Waffenruhe. Ein Entspannungssignal Putins? dpa/bf

Erstmals seit vier Jahren hat Kanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Berlin empfangen, um Bewegung in die Syrien-Krise und den Ukraine-Konflikt zu bringen. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident François Hollande sprach Merkel am Mittwochabend im Kanzleramt mit Putin unter anderem über eine Verlängerung der Waffenruhe in der nordsyrischen Stadt Aleppo. Vor dem Gespräch mit Putin über Syrien ging es aber zunächst einmal zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko um den seit Langem stockenden Friedensprozess im Osten der Ukraine.

Merkel hatte die Erwartungen an konkrete Ergebnisse der Gespräche gedämpft. Verhandelt wurde gestern bis in die späte Nacht. Die Kanzlerin empfing Poroschenko lächelnd, von Hollande wurde sie mit Wangenküsschen begrüßt. Putins Ankunft verzögerte sich um eine halbe Stunde. Beide gaben sich mit zurückhaltendem Lächeln die Hand. Hollande hatte direkt vor seiner Reise nach Berlin nach einem Treffen mit dem Chef der Zivilschutzorganisation Weißhelme, Raed al-Saleh, in Paris gesagt, er werde sich mit Merkel für eine Verlängerung der Waffenruhe in Aleppo einsetzen. Laut Élysée-Palast ist es Ziel, einen "humanitären Zugang" zur Stadt zu schaffen.

Russland hatte vor dem Treffen in Berlin den zweiten Tag in Folge auf Bombardements in Aleppo verzichtet.