2 Kilo Marihuana, rund zehn Kilo Amphetamin, sieben Kilo Kokain, 15,5 Kilo Haschisch und 5,7 Kilo Ecstasy-Tabletten. Solche Mengen an illegalen Drogen stellt das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg sonst nur bei ihren Jahresbilanzen vor. "Der Straßenverkaufswert dieser Drogen beläuft sich auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro", sagt Zoll-Sprecherin Claudia Bandelow. "Diese Drogenmenge übersteigt zum Teil die Gesamtsicherstellungsmenge des Jahres 2014", kommentiert Regierungsdirektor Pampel-Jabrane, Leiter des Zollfahndungsamtes. Für den Potsdamer Staatsanwalt Christoph Lange ist der Drogen-Fund von Bad Belzig von "herausragender Größe". Allein die zehn Kilo Amphetamin sollten, wenn sich bei den anstehenden Laboruntersuchungen der Verdacht auf Crystal Meth erhärtet, eine völlig neue Dimension für die Drogenszene rund um die Hauptstadt Berlin bedeuten. Bisher galt die Modedroge als Problem der Lausitz und der Grenzregion, das erst langsam ins Berliner Umland schwappt. Im gesamten Jahr 2014 wurden in Berlin nur gut 200 Gramm Crystal sichergestellt.

Allen Beteiligten ist auch zwei Tage nach dem Fund in Bad Belzig die Verwunderung anzumerken. Denn es handelt sich um einen absoluten "Zufallsfund", wie Staatsanwalt Christoph Lange bestätigt. Die Beamten hatten den landwirtschaftlichen Betrieb des 60-Jährigen eigentlich aus ganz anderen Gründen unter die Lupe genommen: Der Mann soll illegal mit unverzollten Zigaretten gehandelt und Firmenfahrzeuge mit Heizöl betankt haben. Bei der Durchsuchung stießen die Beamten dann hinter einer mit Vorhängeschloss gesicherten Kellertür auf das Drogendepot. Der 60-Jährige sitzt inzwischen wegen Drogenhandels in nicht geringer Menge in Untersuchungshaft. Der Gesetzgeber sieht dafür mindestens zwei Jahre Gefängnis vor.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Fund auch deswegen ungewöhnlich, weil hier sowohl harte als auch weiche Drogen in großen Mengen gelagert wurden. "Darüber hinaus fanden die Fahnder auch ein Luftdruckgewehr und eine Gasdruckpistole ohne erforderliche Kennzeichen sowie rund 30 Kilo illegale Pyrotechnik", so Zoll-Sprecherin Claudia Bandelow.

Wo kamen die Drogen her, wer steckt dahinter? Ist der Bauer nur ein kleines Licht, das seinen Lagerraum zur Verfügung gestellt hat? Oder ist er der Kopf einer bisher unbekannten Drogendealerbande? "Aus ermittlungstaktischen Gründen" könne man dazu bisher keine Angaben machen, so Claudia Bandelow.