Wie Rüdiger Albert, Geschäftsführer der kreislichen Wirtschaftsförderung CIT in Guben, mitteilte, habe man zudem auch in Polen bereits mit gutem Erfolg für den Einstieg in die Biomasse-Produktion geworben.
Planerisch, technisch und finanziell sei das Projekt soweit, dass mit dem Bau begonnen werde könne, schilderte Felix Hess von der Nawaro BioEnergie AG in einer Informationsrunde mit Landwirten aus dem Spree-Neiße-Kreis. Von ihnen hängt die Entscheidung für das Projekt unter anderem ab. Sie müssten durch langfristige Verträge eine konstante Belieferung der Anlage mit Biomasse sichern.
Immerhin werden die insgesamt sechs 20-MW-Biomassekraftwerke, die Nawaro derzeit in Deutschland plant oder schon baut, die bislang größten Anlagen der Welt sein. Das Groß Schacksdorfer Kraftwerk benötigt im Jahr etwa 300 000 Tonnen Mais-Silage, 20 000 Tonnen Getreide und 60 000 Tonnen Schweine- oder Rin der-Gülle. Wegen der Nähe zu Elego in Roggosen will Nawaro auch prüfen, ob sich Hühnermist ebenfalls für die Anlage verwerten lässt.

Geschlossener Kreislauf
Mit der Düngemittelfabrik im Hintergrund bietet das Unternehmen einen geschlossenen Energie- und Stoff-Kreislauf an. Wärme, die beim Stromerzeugungsprozess im Kraftwerk anfällt, wird zur Trocknung des Biomasse-Restsubstrats verwendet. Das wiederum soll, zu Pellets gepresst, als nährstoffreicher Dünger in den Handel gehen - etwa 25 000 Tonnen im Jahr. Das Restsubstrat, versichert Hess, rieche nicht übel, „. . . vielleicht ein wenig torfig.“ Auch das Kraftwerk arbeite frei von Geruchsimmissionen.
Weil es bei der geplanten Größenordnung ohne die Zulieferung von Landwirten im Umkreis von bis zu 50 Kilometern nicht wirtschaftlich funktionieren kann, baut Nawaro goldene Brücken, um das Geschäft auch für sie interessant zu machen. Über wenigstens zehn Jahre wird ein Festpreis garantiert, der je nach Trockensubstanz und Häcksellänge der Silage, zwischen 22 und 25 Euro pro Tonne liegt. Ein Teil des Geldes kann auch als Vorschuss gezahlt werden, um die Aussaat zu finanzieren.
Nötige Investitionen wie Beregnungsanlagen, die helfen, den Ertrag zu steigern, will Nawaro gegebenenfalls selbst übernehmen. Denn auch für die Anleger, die den Bau mit etwa 84 Millionen Euro finanzieren, soll sich das Geschäft lohnen. Den Geldgebern wird eine lukrative Rendite bei einem Umsatz von etwa 80 Millionen Euro im Jahr in Aussicht gestellt.

Stromabnahme gesichert
Das funktioniert, weil das Kraftwerk mit einer gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung rechnen darf. Die Abnahme des produzierten Stroms durch enviaM sei bereits vereinbart, erklärte Nawaro-Experte Hess.
Auch die Region würde letztlich von der neuen Anlage profitieren. Steuerlich, weil die Betreibergesellschaft hier angemeldet werden soll. Und durch die Festanstellung von 25 bis 30 Arbeitskräften, die im Zweischichtsystem die Betriebsführung absichern.