Ob Maschinenbauteile, Unterhaltungselektronik, Textilien oder Porzellangeschirr, alles wird kopiert. Markenpiraterie verursacht bei deutschen Unternehmen Jahr für Jahr einen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe.

Auch Firmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind betroffen. Auf ihrem 5. Mitteldeutschen Exporttag in Chemnitz haben Industrie- und Handelskammern (IHK) aus den drei Ländern am Mittwoch deshalb gezielt den Schutz kleiner und mittelständischer Unternehmen gegen den Ideenklau in den Mittelpunkt gestellt.

Betroffene Firmen wie der Porzellanhersteller aus dem thüringischen Kahla oder die EAAT GmbH, die in Chemnitz elektrische Automatisierungs- und Antriebstechnik entwickelt und produziert, teilten dabei ihre Erfahrungen mit rund 80 Teilnehmern, darunter Firmenvertreter vor allem aus Sachsen und Thüringen sowie Experten von Institutionen und Verbänden.

Zunächst müsse den Unternehmen das Ausmaß der Bedrohung durch Markenpiraterie bewusst werden, sagte Mario Kratsch, Bereichsleiter International bei der IHK Ostthüringen zu Gera. Denn nicht allein der Verkauf der häufig in China oder Hongkong hergestellten Plagiate schade den Herstellern der Originale.

Weil die Imitate meist auch qualitativ schlecht seien, entstehe den Unternehmen auch ein Imageschaden, der nicht zu vernachlässigen sei. "Man muss sich überhaupt klar sein, dass Schaden entstehen kann", erklärte Kratsch.

Die Firmen müssten sehen, dass sie ihre Produkte schützen lassen. Dabei gehe es nicht nur um technische Patente. Bei Herstellern wie Kahla Porzellan beispielsweise werde auch das Design geschützt.

Eine Möglichkeit sei eine Kennzeichnung der Produkte, die "fast fälschungssicher" sein müsse. "Denn komplett fälschungssicher ist heute eigentlich nichts mehr", sagte Kratsch. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis erfolgreiche Produkte nachgemacht würden.

"Hersteller müssen Augen und Ohren offenhalten, mit wem sie da eigentlich Geschäfte machen." Helfen könne auch das Zollamt, das auf entsprechenden Messen aktiv sei und nach Plagiaten Ausschau halte.

Hilfe und Anregungen erhielten interessierte Unternehmen beim Exporttag auch von Experten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesamts für Verfassungsschutz, vom Zoll, der Deutschen Auslandshandelskammer in China sowie verschiedenen Unternehmen und Verbänden. Außerdem zeigte eine kleine Ausstellung "Original-Plagiat" am Rande der Veranstaltung Beispiele gefälschter Produkte.