Sein Aufstieg in der Politik, der eng mit dem Sport verknüpft ist, hat damit seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Der 35-Jährige, der Vater der Idee von Olympischen Spielen 2012 an der Pleiße ist, soll vor allem bei Fragen von Sicherheit, Verkehr und Tourismus tragfähige Konzepte entwickeln. Dabei soll dem dreifachen Vater eine schlagkräftige Truppe zur Seite stehen.
Der im brandenburgischen Templin geborene Köhler kann auf einen bewegten Lebenslauf zurückblicken. Im November 1987 wurde der damalige Liedermacher aus politischen Gründen aus der DDR-Staatsbürgerschaft entlassen und siedelte in die Bundesrepublik über. Dort kam er zunächst bei einem Rundfunksender in Ludwigshafen unter. Nach der Wende kehrte er in den Osten zurück und wurde schon im Juli 1990 zum Beigeordneten für Sport, Schule und Kultur in Riesa gewählt. Drei Jahre später war er Erster Bürgermeister der Stadt. Im Mai 2001 bekam er 78,4 Prozent der abgegebenen Stimmen zur Oberbürgermeisterwahl.
Köhler entspricht kaum dem typischen Rathaus-Beamten. Er gilt als Einkäufer, Vermarkter, Manager und Lobbyist zugleich - eine "Art Stadtmanager", wie er selbst betont. Der mit dem Wegfall von rund
10 000 Arbeitsplätzen gebeutelten ehemaligen Stahlstadt hauchte er mit der Formel "Sport und Kultur ist Wirtschaftsförderung" neues Leben ein. Mit der Ausrichtung der Junioren-Weltmeisterschaft in der Sportakrobatik begann 1995 Riesas Geschichte als Sportstadt.
Das Konzept ging auf. Ob Sumo-Ringer, WM-Boxer, Katarina Witt, Elton John oder die Toten Hosen, in der 1999 neu erbauten Arena für maximal 14 000 Zuschauer geben sich die Stars und Sternchen aus Sport und Showbusiness die Klinke in die Hand. Nun soll der Macher Köhler die Leipziger Bewerbung auf internationalem Olympia-Terrain aus der Dresdner Staatskanzlei anschieben.
Wolfram Köhler wird sein Amt als Stadtpolitiker am
15. Mai aufgeben. Ein Nachfolger sowie ein Termin für Neuwahlen stehen derzeit noch nicht fest. (dpa/ddp/bra)