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| 02:48 Uhr

Richtfest am Carl-Thiem-Klinikum: Millionen für moderne Medizin

Noch sind die Mauern roh. Doch schon im nächsten Jahr wird der Neubau dem gesamten CTK ein neues Gesicht geben.
Noch sind die Mauern roh. Doch schon im nächsten Jahr wird der Neubau dem gesamten CTK ein neues Gesicht geben. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Seit Donnerstag schwebt ein Richtkranz über dem Carl-Thiem-Klinikum. Derzeit läuft eines der umfangreichsten Umbauvorhaben in Brandenburgs größtem Krankenhaus. Vor allem die Patienten sollen davon profitieren. Jan Siegel

In Brandenburgs größtem Krankenhaus gibt es gleich mehrere Gründe zum Feiern. Am 14. Juni vor 100 Jahren begann die Geschichte des Hauses. Es war der Cottbuser Unfallmediziner Carl Thiem, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts für den Bau eines städtischen Krankenhauses in der aufstrebenden Textilarbeiterstadt eingesetzt hatte. Im Jahr 1914 wurde das Haus eingeweiht.

Fast auf den Tag genau 100 Jahre später, am gestrigen Donnerstag, hatten sich Mitarbeiter und Gäste erneut am Carl-Thiem-Klinikum versammelt. Und wieder gab es etwas zu feiern. Diesmal war es ein Richtfest.

Das Krankenhaus, in dem seit Jahren erneuert und umgebaut wird, soll fit gemacht werden für die Zukunft. Insgesamt 40 Millionen Euro werden dafür aus den Eigenmitteln des Klinikums investiert. "Das Ergebnis sind letztlich mehr als 20 000 Quadratmeter Fläche, die für die medizinische Versorgung der Patienten neu zur Verfügung stehen", sagte CTK-Geschäftsführer Till Frohne. "Dies und der Neubau des Hauses 62/63 sind die besten Geschenke, die sich das CTK im 100. Jahr seines Bestehens machen kann."

Kurze Wege für Patienten

Und auch der Cottbuser Oberbürgermeister, Frank Szymanski (SPD), war beim Richtfest sichtlich stolz auf das, was in seiner Stadt entsteht. Der Kommunalpolitiker dankte der Klinikleitung, den Ärzten, Pflegekräften und allen Mitarbeitern, dass sie auf diese Weise den Geist von Carl Thiem fortführen.

Szymanski hat auch allen Grund, sich über die Entwicklungen am Klinikum zu freuen. Denn nicht nur die Investitionen, sondern auch der in Kürze vorliegende Jahresabschluss des Hauses gibt Anlass zur Freude.

Mit dem neuen Gebäudekomplex im Zentrum des Klinikums sollen sich die Wege für die Patienten und die Abläufe für das medizinische Personal verändern.

Künftig wird der Haupteingang des Klinikums an der Leipziger Straße sein. Dort empfängt die Patienten ein großzügiges Foyer. Mit der Verlegung soll vor allem die Anbindung des Klinikums an die Stadt und an die öffentlichen Verkehrsmittel verbessert werden. Gleichzeitig ist es das Ziel der Krankenhausführung, die Aufnahmeprozedur für die Patienten zu vereinfachen. Glaubt man den Entwürfen des Cottbuser Architekturbüros Franke, wird der Empfang im Carl-Thiem-Klinikum künftig eher an ein erstklassiges Hotel als an ein Krankenhaus erinnern. Der 1952 in Guben geborene Architekt Jürgen Franke arbeitet nicht nur seit Jahren an der Neugestaltung des Cottbuser Klinikums mit, sondern ist bundesweit ein gefragter Experte in Sachen moderner Krankenhausbau.

In unmittelbarer Nähe zu der im Haus 5 untergebrachten Geburtshilfe und der Frühchen-Station werden künftig im neuen Haus 62/63 auch Stationen der Frauenklinik sowie der Kinder- und Jugendmedizin zugeordnet. Auf diese Weise entsteht ein Mutter-Kind-Zentrum, das modernsten Ansprüchen genügt.

Ein Traum geht in Erfüllung

Das Carl-Thiem-Klinikum ist seit nunmehr fast 25 Jahren eine Dauerbaustelle. Die umfangreichen Planungen zum Neu- und Umbau sowie zur Modernisierung im Krankenhaus laufen bereits seit Anfang der 90er-Jahre. Allein seit dem Jahr 2007 bis heute wurden 118,5 Millionen Euro investiert - knapp 94 Millionen in Baumaßnahmen und 25,2 Millionen Euro in die Ausstattung der Gebäude, einschließlich moderner Medizintechnik.

Die Herausforderung für die Planer, Bauleute und Mediziner besteht vor allem darin, dass alle Arbeiten während des laufenden Betriebes realisiert werden müssen. Das ist kompliziert. Schließlich sollen auch die Patienten durch die Modernisierungen nicht über Gebühr belastet werden. Gleichzeitig müssen die strengen Hygienevorschriften einer Gesundheitseinrichtung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein. "Wir müssen stets ein paar Monate mehr einplanen als bei anderen Bauten", sagte Architekt Jürgen Franke. Wichtig sei die Organisation der Bauarbeiten in Zusammenarbeit mit den Medizinexperten.

Bauarbeiten sollen 2015 enden

Doch inzwischen ist "Licht am Ende des Tunnels" zu erkennen. Nach den derzeitigen Plänen sollen die umfangreichen Bauarbeiten am CTK 2015 abgeschlossen sein. Der Pionier der Unfallmedizin Carl Thiem wäre sicher begeistert, könnte er das nach ihm benannte Krankenhaus dann sehen. Sein Traum von einem leistungsfähigen Klinikum für die Lausitz ist nach 100 Jahren noch längst nicht ausgeträumt und entwickelt sich immer weiter.