„Ich würde mir wünschen, dass Kollegen offen zu ihrer Biografie stehen“, sagte der brandenburgische Vorsitzende Matthias Deller am Wochenende. „Es gibt einen Punkt, wo man über die Schwächen im eigenen Lebenslauf Rechenschaft ablegen sollte.“ Dem Juristen ist wichtig, dass kein ehemaliger Inoffizieller Mitarbeiter (IM) als Richter mit Fällen der Unrechtsbereinigung und des Opferschutzes befasst werde. Um dies auszuschließen, führe seine Organisation mit Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) Gespräche.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nahm am Wochenende zu dem Thema noch einmal Stellung. Er widersprach vehement dem Eindruck, dass bei Justiz und Polizei in Brandenburg immer noch frühere Stasi-Mitarbeiter hohe Posten bekleideten. Platzeck sagte, in vielen Spitzenämtern der Verwaltung seien kaum Ostdeutsche anzutreffen. Forderungen der Opposition und von Opferverbänden nach Konsequenzen bei brandenburgischen Richtern und Staatsanwälten wegen früherer Stasi-Kontakte wies er mit dem Hinweis zurück, dass so etwas nach der Rechtslage gar nicht möglich sei. Die Juristen hätten vor ihrer Einstellung die Richterwahlkommission des Landes durchlaufen, die ihre Lebensläufe gekannt habe und der auch Bürgerrechtler angehört hätten.