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Rheinisches Revier auf Aktionen zivilen Ungehorsams eingestellt

Pfingsten 2016. Braunkohlegegner stürmen das Kraftwerksgelände Schwarze Pumpe
Pfingsten 2016. Braunkohlegegner stürmen das Kraftwerksgelände Schwarze Pumpe FOTO: CC BY 2.0
Cottbus. Bis zum kommenden Wochenende werden tausende Teilnehmer des diesjährigen Klimacamps in der Nähe des rheinischen Tagebaus Garzweiler gegen den Braunkohlebergbau protestieren. Das beteiligte Aktionsbündnis "Ende Gelände", hat "zivilen Ungehorsam" angekündigt. Vor einem Jahr war die Gruppe in der Lausitz an der versuchten Erstürmung des Kraftwerks Schwarze Pumpe beteiligt. sim

Der westdeutsche Energiekonzern RWE hat sich auf mögliche gewaltsame Aktionen von Braunkohlegegnern im Rahmen des diesjährigen Klimacamps im Rheinland eingerichtet. Der Konzern hat das Gelände seines Braunkohletagebaus Garzweiler komplett mit Erdwällen, Zäunen und Hinweisschildern eingefriedet, um jeden Eindringling wegen Hausfriedensbruchs anzeigen zu können. Die Aachener Polizei werde jede Anzeige verfolgen, so Polizeisprecher Andreas Müller. Das Camp, zu dem bereits über Eintausend Teilnehmer angereist sind, erreicht am kommenden Wochenende seinen Höhepunkt. Dann werden zeitweise über 2000 Beamte im Einsatz sein.

Mit der Einfriedung des Tagebaus will RWE verhindern, dass sich Situationen wie 2015 im Rheinland und 2016 im Lausitzer Revier wiederholen. 2015 waren rund 800 Kohlegegner trotz Anwesenheit von Polizei in den Tagebau Garzweiler gestürmt. Pfingsten 2016, als das Klimacamp in der Lausitz stattfand, besetzten Hunderte Teilnehmer zwei Tage lang den Tagebau Welzow-Süd, sowie eine Kohleverladung und Gleise der Kohleverbindungsbahn. Außerdem versuchten Kohlegegner das Kraftwerk Schwarze Pumpe zu erstürmen. Sie drangen auf das Gelände vor und konnten von Polizei und Wachschutz nur mühsam zurückgedrängt werden.