"Der Sturm hat im Juli die behelfsmäßige Dachplane zerfetzt", sagt Lutz Kretzschmar vom Verein Sächsischer Heimatschutz Frankenhausen und weist auf einen Haufen Steine und eingestürztes Gebälk. Die Stadt Crimmitschau als Eigentümerin sei gefordert, schnellstens etwas für die Sicherung zu tun.
Der Verein wagt sich mit der Klosterschule zunächst an den kleinsten Teil des außerdem aus Priorhaus, Nonnenwohnhaus, Mühle, Brennerei und Resten des Gutshauses sowie aus viel Grünland bestehenden Klosters. Die Kirche ist bereits saniert. In dem zweigeschossigen Schulgebäude mit zwei seltenen Staffelgiebeln soll bis 2009 ein Vereinshaus entstehen. Die eigene Finanzkraft und die bewilligten Fördermittel in Höhe von 82 000 Euro lassen zunächst einen ersten Bauabschnitt zu.

Hinweise auf Renaissance
Derzeit wird das Innere entkernt und das alte Mauerwerk vorsichtig freigelegt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass noch weitere historische Befunde wie der eines gotischen Fensterbogens oder rötlicher Flecke auf den Bruchsteinen sichtbar werden. Die Farbe weise auf die Renaissance hin, sagen die Denkmalfachleute. Wenn dieser erste Teil fertig ist, wird das Haus wie die Schlösser und Rathäuser jener Zeit mit heller Fassade und roten Ecksteinen erstrahlen, gibt Kretzschmar einen Ausblick. Außerdem will der Verein einen Klostergarten anlegen.

Bürgerverein braucht Geld
Pläne hat der Verein auch mit dem Anbau der Schule. Das gesamte Erdgeschoss des Witwenhauses wird von einem romantisch anmutenden Kreuzgewölbe überspannt - ideal für eine gemütliche Klosterschänke, findet Kretzschmar. "Frankenhausen benötigt dringend wieder eine Gaststätte", sagt der Heimatschützer aus Leidenschaft. Mit Freisitz am Mühlgraben und Blick auf blühende Wiesen im weitläufigen Tal der Pleiße eine schöne Aussicht - schwärmt er.
Was den "Rest" der Anlage betrifft, da hebt der 1985 zur Rettung des abrissgeweihten Klosters gegründete Bürgerverein allerdings die Hände. Die Stadt Crimmitschau steht kaum besser da. Die Kommune hat mit dem Westsächsischen Textilmuseum und dem Deutschen Landwirtschaftsmuseum Blankenhain schon kulturelle Zuschussobjekte am Hals, die Kraft genug fordern.