Die einstigen Wandelgänge unter den Kolonnaden sind aus Sicherheitsgründen ebenso gesperrt, wie das turmbekrönte Empfangsgebäude. Das denkmalgeschützte Ensemble von 1911 ruht auf 84 maroden Holz-Säulen, die den gesamten Bau nur noch notdürftig tragen. Irgendwann droht alles zusammmenzukrachen.
Dazu wollen es die Bad Saa-rower jedoch nicht kommen lassen. Der vom Architekten Emil Kopp im Landhausstil erbaute Bahnhof soll wieder zu einem wahren Aushängeschild des Kurortes werden, der im vergangenen Jahr immerhin 200 000 Übernachtungen zählte. Jahrelang fehlte der malerisch am Scharmützelsee gelegenen Gemeinde jedoch schlichtweg das Geld für die Rettung des Denkmal-Ensembles. Doch wo die öffentlichen Kassen leer sind, wächst das private Engagement. Um den kommunalen Eigenanteil und damit notwendige Fördermittel zu sichern, läuft seit zwei Jahren eine Spendenaktion, initiiert vom Kurort-Förderverein.
Schirmherr ist Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm, der in Bad Saarow aufgewachsen ist. Der Politiker spendete die ersten 1000 Euro - Kosten für eine Säulen-Reparatur. „Wir haben jetzt 61 000 Euro zusammen“ , erklärt Spendenverwalter Joachim Klatt, der mit dem Innenminister einst zur Schule ging. Wer 1000 Euro und damit den Wert einer Holzsäule spendet, wird auf einem Namensschildchen am Fuße des rekonstruierten Pfeilers verewigt. „Den Eigenanteil der Gemeinde haben wir für den ersten Bauabschnitt im Wesentlichen zusammen“ , freut sich Architektin Carola Petzold, die mit den Planungen für die Bahnhof-Rekonstruktion beauftragt worden ist.
Ein Förderbescheid des Brandenburger Bauministeriums über 800 000 Euro liegt ihren Angaben nach inzwischen vor. Das Geld darf ab dem nächsten Jahr eingesetzt werden - vorausgesetzt, Bad Saarow hat vorher mit Sanierungsarbeiten begonnen. Weitere 160 000 Euro stellt der Landkreis Oder-Spree zur Verfügung, der auch die Baugenehmigung erteilte. „Im Mai könnte die Rettung der Säulen starten, im Herbst dann die Sanierung der Außenhülle inklusive des Empfangsgebäudes und der Dachkonstruktion“ , sagt die Architektin. Der Öffentlichkeit vorgestellt werden die Pläne erstmals am 7. März beim Tag des offen Bahnhofs.
Kontakt: Joachim Klatt, Telefon: 03 36 31/2492.