Ohne konsequente betriebliche und private Zusatzvorsorge werden die Einschnitte durch die Rentenreformen der vergangenen Jahre nicht auszugleichen sein. Dies geht aus einer neuen Studie "Altersvorsorge in Deutschland 2005" hervor, die die Deutsche Rentenversicherung Bund zusammen mit dem Bundesarbeitsministerium gestern in Würzburg veröffentlichte. Die heute 46- bis 50-Jährigen werden dann bei Renteneintritt im Durchschnitt noch 88 Prozent des heutigen Netto-Alterseinkommens erreichen.
Zeitgleich verabschiedete das Bundeskabinett in Berlin den Rentenversicherungsbericht 2007, laut dem - dank guter Konjunktur und Arbeitsmarkt-Entwicklung - die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland in den kommenden Jahren wieder mit einer Erhöhung ihrer Renten rechnen können. Die Prognosen gehen davon aus, dass die Renten in den nächsten 15 Jahren im Durchschnitt um jährlich 1,7 Prozent wachsen.
Nach Einschätzung des Sozialverbandes Deutschland werden die Anhebungen aber die Inflation nicht ausgleichen können. In diesem Jahr stiegen die Renten nach drei Nullrunden um 0,54 Prozent. Berechnungen gehen für das kommende Jahr von etwa 1,0 Prozent Steigerung aus. Das Sozialministerium wollte sich dazu nicht äußern.
Gemäß dem Bericht, der jährlich vorgelegt wird und einen Über- und Ausblick über die Finanzlage in der Rentenversicherung geben soll, wird die Rücklage Ende des Jahres 11,5 Milliarden Euro aufweisen. Das entspricht 0,72 Monatsausgaben. Ende vergangenen Jahres betrug die Rücklage noch 9,7 Milliarden Euro oder 0,61 Monatsausgaben. Nach der Anhebung des Rentenversicherungsbeitrags von 19,5 auf 19,9 Prozent zu Jahresbeginn ist mittelfristig wieder mit einer Senkung des Satzes auf knapp über 19 Prozent zu rechnen. Angesichts der demografischen Entwicklung wird der Beitrag aber von 2016 an wieder steigen und in Zwischenschritten 2021 ein Niveau von 20,2 Prozent erreichen. (dpa/ta)