An der Fachhochschule Zittau/Görlitz gibt es gegenwärtig 3600 Studenten, davon 550 aus dem Ausland. Einer Studie zufolge soll sich die Zahl der Studienbewerber an sächsischen Hochschulen ab 2008 stark verringern.
"Personal- und Berufungspolitik und die sich verändernden Rahmenbedingungen müssen in Übereinstimmung gebracht werden. Das geht nicht innerhalb von zwei Jahren, sondern ist ein Prozess, der sich in den nächsten zehn Jahren abspielen wird", schätzte Hampel ein.
Zur Debatte um den Abbau von elf Stellen an der Fachhochschule Zittau/Görlitz meinte Hampel: "Natürlich werden wir um deren Erhalt kämpfen, es gibt genügend gute Gründe dafür. Aber wenn wir das gegenüber den anderen Hochschulen in Sachsen vertreten wollen, dann müssen wir dem Freistaat konkret sagen, was wir dafür leisten".
Hampel verwies auf das grenzüberschreitende Projekt "Neiße-University", an der Studenten aus Zittau/Görlitz, Liberec und Wroclaw in einem dreijährigen Studium reihum an den Partnerhochschulen studieren. "Damit holen wir Wissen in die Region", fügte er hinzu. Ein weiteres Beispiel sei das Studienkolleg, an dem Studenten aus aller Welt auf ein Studium in Deutschland vorbereitet werden. "Wir müssen das Ministerium für Wissenschaft und Kunst dazu bewegen, dass keine andere Hochschule als die in Zittau Geld für ein Sprachenkolleg bekommt. Wenn ich eine Region fördern will, dann muss ich auch Rahmenbedingungen setzen", forderte er.
In den vom Haushalt unabhängigen Bereichen Weiterbildung und Forschung sieht Hampel sogar die Chance, zusätzliche Stellen zu schaffen. "Mit denen können wir Forschung und Weiterbildung befördern und dadurch junge Leute hier behalten, weil sie eine Aufgabe haben." Das Forschungspotenzial an der östlichsten Hochschule Deutschlands gehört mit einem Auftragsvolumen von 40 Millionen Euro pro Jahr zu den besten in Deutschland, sagte der Rektor. (dpa/wie)