Zurzeit werde noch geprüft, ob bei Landtagspräsident Erich Iltgen die Einleitung eines förmliches Disziplinarverfahren gegen Giesen zu beantragen ist, teilte die Universität mit.
Giesen hatte zuvor Mehlhorn gerügt. In einem Schreiben vom 19. September 2000 an den damaligen Wissenschaftsminister Hans Joachim Meyer (CDU) habe Mehlhorn rechtswidrig Daten genutzt, um ein Vorgehen gegen den Kardiologie-Professor Stephan Schüler zu rechtfertigen, beanstandete der Sächsische Datenschutzbeauftragte Ende April. Zwei Wochen später wies Mehlhorns Rechtsanwalt die Vorwürfe als "rechtlich haltlos und datenschutzrechtlich irrelevant" zurück.
Stephan Schüler war von Dezember 1994 an medizinischer Geschäftsführer des Herz- und Kreislaufzentrums Dresden e. V. Im Januar 2001 wurde gegen die Einrichtung ein Insolvenzverfahren eröffnet. Schüler erhielt zum 31. Juni 2001 seine Kündigung. Nach Angaben des Datenschützers hatte Mehlhorn in dem erwähnten Schreiben von Meyer disziplinarrechtliche Schritte gegen Schüler bis hin zur Aberkennung des Professorentitels gefordert. Mehlhorn habe Schüler durch die vorgeschlagenen Maßnahmen diskreditieren wollen. (dpa/bra)