ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:23 Uhr

Reisehinweise für Türkei werden verschärft

Im südtürkischen Antalya bleiben immer mehr Liegestühle leer. Was nach der Verschärfung der Reisehinweise passiert, ist noch unklar.
Im südtürkischen Antalya bleiben immer mehr Liegestühle leer. Was nach der Verschärfung der Reisehinweise passiert, ist noch unklar. FOTO: dpa
Cottbus/Berlin. Minister Gabriel hat angekündigt die Reisewarnungen für die Türkei zu verschärfen. was das bedeutet ist noch unklar. Die Reiseveranstalter haben noch nicht reagiert. kr

In der diplomatischen Krise zwischen Deutschland und der Türkei hat die Bundesregierung eine neue Eskalationsstufe angekündigt. Als Reaktion auf die Verhaftung der deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner und anderer werden die Reisehinweise des Auswärtigen Amts für das Land verschärft, sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag.

Aktuell schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Seite:
"Die innenpolitische Lage in der Türkei ist weiterhin angespannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann.

Zuletzt waren in der Türkei in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. Hierbei wurde teilweise der konsularische Zugang entgegen völkerrechtlichen Verpflichtungen verweigert. Personen, die aus privaten oder geschäftlichen Gründen in die Türkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Listen für Deutsche im Ausland bei Konsulaten und der Botschaft einzutragen. Die Auslandsvertretungen werden bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet, der Zugang für die konsularische Betreuung wird nicht in allen Fällen gewährt. Seit Anfang 2017 wurde wiederholt deutschen Staatsangehörigen an den Flughäfen in der Türkei die Einreise ohne Angabe genauer Gründe verweigert."

Was sagen die Reiseveranstalter?
Der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärt, das die Aussagen Gabriels keine Reisewarnung darstellt. Neu im Sicherheitshinweis sei nur der Satz: "Personen, die aus privaten oder geschäftlichen Gründen in die Türkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten." Das Auswärtige Amt habe damit keine Neubewertung der Sicherheitslage vorgenommen, so dass auch keine Verschärfung der Reisehinweise und keine Reisewarnung für das Land vorgenommen wurde.

Die Reisen für die Urlauber finden wie gebucht statt. Es gelten die regulären Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und damit die Storno- und Umbuchungsgebühren, teilt der Verband mit. Die Reiseveranstalter haben die Entwicklung rund um die Uhr im Blick, wird versichert. Sie stünden außerdem über den DRV im engen Austausch mit dem Auswärtigen Amt und den Reiseleitern und Behörden vor Ort. Die Reiseveranstalter informieren ihre Gäste im Urlaubsgebiet allerdings über die Anpassung der Reisehinweise.

Was sind Reise- und Sicherheitshinweise?

Reisehinweise enthalten Informationen unter anderem über die Einreisebestimmungen eines Landes, medizinische Hinweise, straf- oder zollrechtliche Besonderheiten. Sie werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Sicherheitshinweise machen auf besondere Risiken für Reisende und im Ausland lebende Deutsche aufmerksam. Sie können die Empfehlung enthalten, auf Reisen zu verzichten oder sie einzuschränken. Gegebenenfalls wird von nicht unbedingt erforderlichen oder allen Reisen abgeraten. Auch die Sicherheitshinweise werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Reisewarnungen enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Sie werden nur dann ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen in ein Land oder in eine bestimmte Region eines Landes gewarnt werden muss. Eine Reisewarnung wird nur selten ausgesprochen. Deutsche, die in diesem Land leben, werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert.