Der 1988 zum Bischof geweihte Reinelt habe die christlichen Werte sowohl in der DDR als auch nach der Wiedervereinigung "stets öffentlich zur Wirkung gebracht" und zugleich politisch unmissverständlich Stellung bezogen, etwa in seinem Einsatz gegen Rechtsextremismus, betonte Zollitsch. Er zollte Reinelt Respekt für seinen "selbstlosen Einsatz" zur Zeit der DDR. In schwierigen und auch gefährlichen Phasen der Wende sei er "selbstverständlich mitten unter den Menschen" gewesen.

Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl würdigte das "gute ökumenische Miteinander der Konfessionen" in Sachsen. Dazu habe Reinelt Bedeutendes beigetragen. Das "herzliche und unkomplizierte Miteinander" habe beiden Kirchen gut getan und das christliche Zeugnis in einer säkularen Umgebung gestärkt.

In Sachsen gehören rund 75 Prozent der Bevölkerung keiner Kirche an. Dass sich trotzdem viele Sachsen von der Faszination der Kirche berühren ließen, sei auch Reinelts Verdienst, betonte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Tillich würdigte zudem die unter Reinelt gegründeten katholischen Bildungseinrichtungen. Sie hätten die sächsische Bildungslandschaft reicher gemacht.

An dem Festakt am Donnerstagvormittag nahmen zahlreiche Vertreter aus Kirche und Politik teil, darunter auch Tillichs Amtsvorgänger Georg Milbradt und Kurt Biedenkopf (alle CDU). Am Abend fand ein festliches Pontifikalamt für alle Gläubigen in der Dresdner Kathedrale statt, anschließend wurde zu einer Abschiedsfeier ins benachbarte Haus der Kathedrale geladen.

Reinelt war am 20. Februar im Alter von 75 Jahren in den Ruhestand getreten. Ein Nachfolger soll nach den Worten des Leiters des Katholischen Büros Sachsen, Christoph Pötzsch, im kommenden Dreivierteljahr benannt werden.