Vor dem Hintergrund der Pegida-Proteste hat das sächsische Innenministerium eine Aufklärungskampagne in den sozialen Netzwerken gestartet. Bereits seit dem vergangenen Wochenende würden "Beiträge zum Thema Asyl mit den Hashtags #pegida und #nopegida gekennzeichnet, um gezielt Informationen in den Diskussionen beizusteuern", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) in Dresden. Hashtags sind Schlagworte, die bei der Kommunikation via Twitter verwendet werden, um die Suche innerhalb des Netzwerkes zu erleichtern.

"Das ist ein weiterer Versuch, die Leute zu erreichen", sagte Ulbig. "Dabei geht es nicht um eine politische Bewertung, sondern um Information." Er bedauerte, dass viele Versuche von politischer Seite, in einen Dialog zu treten, von den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) unbeachtet blieben.

Ein Problem sei auch, dass viele der Menschen, die sich wöchentlich den Pegida-Demonstrationen anschlössen, den klassischen Medien nicht mehr vertrauten. "Wenn von der ,Lügenpresse' die Rede ist, dann scheint es ja das erste Mal der Fall zu sein, dass auch die unabhängigen Medien nicht mehr in der Lage sind, die Leute zu erreichen und zu informieren", sagte Ulbig.

In den sozialen Netzwerken würden viele Unzufriedene dagegen ihren Unmut kundtun. "Wenn man sich das anguckt, sieht man aber, dass da jede Menge Halbwahrheiten und falsche Informationen dabei sind. Und die bestätigen sich dort auch immer wieder selbst." Deshalb wolle die Regierung hier gezielt mit Informationen ansetzen.

Ministeriumssprecher Martin Strunden, der die Aufklärungskampagne unter dem Twitter-Account SMI_tweets leitet, berichtet von großem Interesse. "Die Aufrufe der Tweets haben um das Acht- bis Zehnfache zugenommen." Eine Ausweitung der Kampagne auf Facebook werde derzeit noch überlegt.

In den zurückliegenden sieben Tagen verwendeten Twitter-Nutzer fast 50 000-mal den Hashtag #Pegida. #Nopegida - das Schlagwort der "Pegida"-Gegner - wurde laut Internetdienst Topsy in einer Woche knapp 8000- mal benutzt.