"In dem Abflussgebiet verdunstet zwar nicht mehr so viel Wasser wie im Sommer, doch der Wasserstand ist niedriger als sonst", sagte gestern Wolfgang Genehr vom Landesumwelt in Cottbus. "Die Schwarze Elster ist sogar streckenweise trocken gefallen." Es dauere somit länger, die im Sommer stark reduzierten Wasserspeicher zu füllen. "Das Wasser in der Talsperre Spremberg reicht aber aus, um damit den Spreewald ausreichend zu versorgen", betonte der Abteilungsleiter.
"Zurzeit fließen 8,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Talsperre", berichtete Genehr. Das sei ein Drittel weniger als im durchschnittlichen Oktobermittel. "Zugleich werden etwa 6,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus der Talsperre abgelassen, das sind zwei Drittel des Monatsmittels." Auf diese Weise solle der Vorrat in dem nur halb gefüllten Speicherbecken langsam wieder erhöht werden. Am Pegel der Spree in Leibsch (Dahme-Spreewald) werde jetzt ein Viertel weniger Wasser abgelassen als normalerweise.
Als Konsequenz aus den trockenen Sommern der vergangenen Jahre bereite das Landesumweltamt jetzt ein Konzept für den Spreewald vor, damit er auch bei Niedrigwasser funktionieren könne. "Nur die Hälfte der Wasserverluste entstehen dort durch Verdunstung", bemerkte Genehr. "Deshalb soll gemeinsam mit Kommunalvertretern, Fischern, Kahnfährleuten, Landwirten und Privatleuten ein Programm erarbeitet werden, wie die geringere Wassermenge in trockenen Sommern am besten verteilt werden kann." So gehe es darum, wie viel Wasser in die einzelnen Fließe geleitet und an den Stauanlagen abgelassen wird. (dpa/lh)