"Unser Zusammenleben braucht Empathie." Das bedeute, "fähig und bereit zu sein, sein Gegenüber anzuerkennen wie er ist und zu verstehen, was ihn ausmacht und bewegt". Christliche Werte wie Mitmenschlichkeit und Empathie seien eine wichtige Quelle menschlichen Handelns, auch in einer von Technik dominierten Welt, sagte Tillich. Er forderte dazu auf, sich aus virtuellen Welten zu lösen, die von der Realität ablenkten, "in der so viel los und zu tun ist".

Die Schau zeugt von einer "Reformation aus der Mitte heraus": Städte und Rittergutsbesitzer vollzogen sie früh und gegen den Willen der katholischen Kaiser und Könige, die Klöster widersetzten sich. In der Oberlausitz leben seitdem Lutheraner und Katholiken weitgehend friedlich miteinander. Im Mittelpunkt der Schau steht der Zittauer Epitaphienschatz. Die 50 prächtigen Tafeln dokumentieren Glauben und Hoffen, aber auch Schicksal und Nöte der Menschen der damaligen Zeit.